Als erstes Bundesland erprobt Hamburg die Einführung von Business Improvement Districts
Neues Modell soll Cityhandel stärken

Es ist schon ein seltener Zufall. Ausgerechnet in der Heimatstadt des deutschen Shoppingcenter-Königs ECE geht ein amerikanisches Modell zur Stärkung des integrierten Cityhandels an den Start. Am 28. Dezember 2004 erließ der Hamburger Senat das „Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren“ (HmbGVBl. Nr. 57).

mmb DÜSSELDORF. Seitdem können sich in der Hansestadt Grundeigentümer und Gewerbetreibende eines räumlich begrenzten innerstädtischen Bereiches (Business Improvement District, kurz BID) zusammenschließen und gemeinsam versuchen, durch geeignete Maßnahmen ihr Quartier aufzuwerten. Diese können baulicher, gestalterischer oder auch werblicher Art sein. Erlaubt ist, was der Steigerung der Kundenfrequenz, der Aufwertung der Lage und der angesiedelten Immobilien dient. Entscheidend für den Erfolg ist es jedoch, dass alle Betroffenen zur Finanzierung dieser Maßnahmen beitragen. Stimmen 15 von einhundert Eigentümern eines zuvor definierten „Innovationsbereiches“ der Einrichtung einer Sonderzone zu und sind weniger als 33 Prozent dagegen, sind alle Anlieger zur Zahlung der BID-Abgabe verpflichtet. Die Höhe bestimmen die Gründer selbst, wobei für den Finanzierungsschlüssel grundsätzlich verschiedene Bemessungsgrundlagen herangezogen werden können: Bruttogrundfläche, Ladenfläche, Straßenfront, Einheitswerte von Grundstücken oder die Grundsteuer. Eingezogen wird der Betrag über das Finanzamt. In der Regel sind BIDs zeitlich befristet, zumeist auf fünf Jahre.

Die in den 1960-er Jahren in den USA geborene und in Toronto erstmals realisierte Idee hat zahlreiche Nachahmer gefunden, derzeit gibt es weltweit etwa 1 200 BIDs. In Hamburg ging eine erste Sonderzone in Bergedorf an den Start. Im Sommer wollen die Händler und Grundbesitzer am Neuen Wall einen Gründungsantrag stellen.

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