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Ratings für offene Immobilienfonds

Die Scope Analysis OEF GmbH ist mit ihren Ratings für offene Immobilienfonds vorgeprescht. Scope kommt damit den Bewertungen der Branche durch die vom Fondsverband BVI beauftragten Agenturen Fitch und RCP & Partners zuvor. Deren Ratings werden im Frühjahr 2005 erwartet.

HB DÜSSELDORF. Scope war im Auswahlverfahren des BVI ausgeschieden. Der BVI hatte sich zu einer Neuvergabe des Ratings entschlossen, nachdem im Jahr 2003 die Zusammenarbeit mit Moody's beendet worden war. Pikantes Detail: Die Einschätzung der Fonds durch Moody’s endete, als die Agentur sich von ihrer Analystin Alexandra Merz trennte. Merz ist heute Geschäftsführerin von Scope Analysis OEF und mit 50 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. Moody’s kündigte vergangene Woche an, sich aus dem Rating offener Immobilienfonds zurückzuziehen.

Die Bewertung offener Immobilienfonds (pdf-Format)

Die offenen Immobilienfonds in Deutschland verwalten knapp 88 Mrd. Euro. Ein Rating ist wichtig, um die Fonds zu verkaufen.

Die Moody’s-Ratings unter Merz waren durch geringe Bewertungsdifferenzen aufgefallen. Praktisch alle Fonds bekamen gute Noten. Das Scope-Rating nutzt dagegen die gewählte Notenskala viel weiter aus. Bewertet werden alle offenen Immobilienfonds, die mindestens ein Jahr am Markt sind. Es gibt sechs Hauptbewertungskriterien (Panels), die in eine Gesamtnote einfließen. Die stärkste Beachtung finden das Immobilienportfolio (35 Prozent), das auf Analysen der Bulwien-Gesa AG basiert.

Bulwien kann Merz zufolge zurzeit Immobilien außerhalb Europas noch nicht bewerten, weswegen diese bei der Bewertung ausgeklammert würden. Die Nachhaltigkeit der Wertentwicklung fließt zu einem Fünftel in die Note ein, die Managementqualität mit 15 Prozent. „Es hat noch keine Interviews mit Managern gegeben“, räumt Merz allerdings ein. Die Bewertung erfolge auf Basis früherer Erfahrungen. Merz zieht damit die Kritik des BVI auf sich: „Es ist zu prüfen, ob vertrauliche Daten eingeflossen sind“, sagt BVI-Sprecher Andreas Fink, was er – sollte es geschehen sein – mit Blick auf die frühere Tätigkeit von Merz für Moody’s als „Vertragsbruch“ wertet.

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