Anlagedruck
Versicherer entdecken Immobilienmarkt

Versicherer haben den Immobilienmarkt für sich entdeckt und die Branche freut sich. Vielleicht bleibt dadurch die befürchtete Kreditklemme aus.
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FrankfurtDie befürchtete Kreditklemme auf Europas Immobilienmärkten bleibt vielleicht aus: Zwar lassen viele Banken wegen der Schuldenkrise derzeit die Finger von Immobilienfinanzierungen, doch die Rettung für die Investoren naht: Auf der Jagd nach neuen, renditeträchtigen Geschäften haben die Versicherer den Markt für sich entdeckt.

Vor allem bei langlaufenden Finanzierungen im dreistelligen Millionenbereich könnten sie in die Bresche springen. Immobilieninvestoren freuen sich: Mehr Wettbewerb, bessere Preise. Die mühsame Suche nach Bankenkonsortien könnte schon bald kein Thema mehr sein.

„Wir brauchen mehr Rendite“, sagt Helmut Muehlhofer, der das Kreditgeschäft bei Allianz Real Estate leitet. Die Versicherer stehen mehr denn je unter Anlagedruck, um ihren Kunden die versprochenen Gewinne abzuliefern. Die Schwankungen an den Märkten sind kaum mehr vorhersehbar, Staatsanleihen haben ihren Status als risikofreie Anlageklasse spätestens mit der Euro-Schuldenkrise verloren. Die Finanzierung voll vermieteter Bürohäuser oder Shoppingcenter in besten Lagen ist da eine interessante Alternative.

Die Allianz fühlt sich auf dem deutschen Immobilienmarkt wohl mit festverzinslichen Darlehen, einer Beleihungsgrenze (LTV) von 60 Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren oder länger. „Darlehen über 200 bis 250 Millionen Euro sind für uns durchaus machbar.“ Die Qualitätsansprüche seien allerdings hoch.

Auch Ergo, die Versicherungstochter der Munich Re, liebäugelt mit dem neuen Geschäftsfeld. „Wir spüren eine große Nachfrage“, sagt der zuständige Manager Eckehard Schulz. „Broker und Fonds kommen zu uns und fragen, ob wir Interesse haben, ihre Gebäude zu finanzieren.“ Ein Top-Investmentbanker unkt sogar schon: „Gewerbliche Immobilienfinanzierungen werden nur der Anfang sein.“

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Nachwehen der ersten Finanzkrise

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