Anlegern steht bereits der Umweg über Branchenfonds offen
Markt fordert deutsche Immobilien-AGs

Das Interesse an der Einführung an Reits in Deutschland scheint auf allen Seiten groß zu sein: bei privaten und institutionellen Investoren, Unternehmen mit großem Immobilienbesitz, aber auch beim Staat. Denn die Mobilisierung des bei vielen Unternehmen schlummernden Immobilienbesitzes gibt dem deutschen Immobilienmarkt kräftige Impulse.

Sie soll ausländische Investoren ins Land locken, den Finanzplatz Deutschland stärken und auch dem Staat zusätzliche Steuereinnahmen bringen. Denn das Auflegen von börsennotierten Immobiliengesellschaften, so genannten Reits (Real Estate Investment Trusts) soll stille Reserven heben, die sonst weiter stille Reserven bleiben würden.

„Das Steueraufkommen für die öffentlichen Haushalte dürfte durch direkte und indirekte Effekte steigen“, sagt Eckart John von Freyend, der Vorstandschef der IVG Immobilien AG. Allerdings muss der Staat auch ein Opfer bringen: Er soll beim Besteuern der Gewinne, die bei der Einbringung von Immobilien in die Immoblien-AGs entstehen, mit dem halben Steuersatz vorlieb nehmen.

Allerdings steckt wie so oft auch hier der Teufel im Detail. Nach den geltenden Doppelbesteuerungsabkommen können ausländische Anleger, die in Reits investieren, ihre Dividenden völlig steuerfrei beziehen. Das ist natürlich nicht im Sinne der Finanzverwaltung, die alles vermeiden will, um neue Steuerschlupflöcher zu reißen.

Vorbild für die mittlerweile in den Niederlanden, Australien, Kanada, Belgien und Japan eingeführten Reits sind die US-Reits, die dort bereits 1960 entstanden. Die Gesellschaften sind von der Körperschaftsteuer befreit, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass sie das Schwergewicht der laufenden Einnahmen aus Immobilien erzielen und dass sie 90 Prozent der Gewinne an die Aktionäre ausschütten, die diese als Dividenden zu versteuern haben. 180 Reits mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten (Wohnen, Büros, Einzelhandel, Hotels) sind bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert und an der Börse zugelassen. Ihre Marktkapitalisierung beträgt laut Nareit (National Association of Real Estate Investment Trusts) fast 400 Mrd. US-Dollar.

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