Annington und Deutsche Wohnen
Immobilienbranche im Fusionsfieber

Hunderttausende Mieter in Deutschland müssen sich an neue Großvermieter gewöhnen. Zwei Schwergewichte am Wohnungsmarkt stehen vor der Fusion. Weitere Zusammenschlüsse dürften folgen.
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FrankfurtIn der Immobilienbranche grassiert das Fusionsfieber. Mit Deutsche Annington und Deutsche Wohnen kündigten in den vergangenen Monaten die beiden größten deutschen Immobilienunternehmen Milliardendeals an, die noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden sollen. Doch das dürfte es noch nicht gewesen sein.

Experten gehen davon aus, dass es im Immobiliensektor zu weiteren Zusammenschüssen kommen wird. Denn der Markt für große Wohnungsbestände in attraktiven Lagen ist inzwischen leer gefegt. Das verstärkt den Drang zur Konsolidierung in der Branche. Angefeuert wird das Ganze von historisch niedrigen Zinsen.

Nach Bekanntwerden der Pläne hatte der Deutsche Mieterbund (DMB) nachdrücklich die soziale Verantwortung des künftig vermutlich größten deutschen Vermieters angemahnt. Die von Annington angekündigte „Wertsteigerung durch Mieterorientierung“ dürfe nicht bloß eine Leerformel bleiben, forderte der Mieterbund Anfang Dezember.

Annington hatte zuvor angekündigt, dass die Mieter des Unternehmens auch künftig von „bezahlbarem Wohnraum“ sowie von Investitionen in energetische Sanierung und Schaffung von altersgerechten Wohnraums profitieren könnten.

„Börsennotierte Unternehmen stehen in zweierlei Hinsicht unter Druck: Sie müssen ihre Bestände weiter erhöhen und sie müssen ihre Aktionäre mit einer Wachstumsstory zufrieden stellen“, sagt Oliver Beyer, Immobilienmarktexperte bei der Kanzlei Simmons & Simmons. Weil die Unternehmen gezwungen seien, ihr Wachstum voranzutreiben, komme es zwangsläufig zu Übernahmen. Treffen könne es dabei jeden. „Gefeit ist man nur, wenn man einen stabilen Großaktionär hat, der nicht verkaufen will.“

Gerade bei den deutschen Immobilienriesen ist das Rennen um die besten Stücke vom Kuchen im vollen Gange. Marktführer Deutsche Annington ist derzeit dabei, die Nummer drei der Branche, Gagfah, zu schlucken. Dabei entsteht ein Konzern mit 350.000 Wohnungen im Wert von 21 Milliarden Euro.

Die Düsseldorfer zementieren damit nicht nur die eigene Spitzenposition in Deutschland, sondern werden künftig auch im internationalen Umfeld als Europas Nummer zwei eine größere Rolle spielen.

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