Anreize für Vermieter und Hauskäufer
Hilfen für Europas Wohnungsbau

Deutschlands Wohnungsverbände schauen neidisch über die Grenze. Während die Regierungen in Großbritannien, Frankreich Spanien und in Italien Anreize zum Wohnungsbau schaffen, gehen die deutschen Konjunkturpakete an der Wohnungsbranche vorbei.



dih/ali/kk/ang LONDON/PARIS/MADRID/MAILAND. Folgerichtig klagte Walter Rasch, als Präsident des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen einer der obersten Wohnungsbau-Lobbyisten in Deutschland, kürzlich:„Die vom Bund bereitgestellten Milliarden zur Abfederung des Abschwungs kommen bei der Wohnungswirtschaft nicht an.“



Ganz anders sieht es in Großbritannien aus: Die britische Regierung setzt auf drei Methoden, um den Wohnungsmarkt anzukurbeln. Zum einen hat sie im vergangenen September die Grenze heraufgesetzt, ab der Käufer von Häusern und Wohnungen eine einprozentige Stempelsteuer auf den Kaufpreis bezahlen müssen. Sie liegt noch bis Ende 2009 bei 175 000 Pfund statt bei zuvor 125 000 Pfund. Doch die Erstkäufer, die die Regierung damit ködern wollte, halten sich zurück, so dass Kritiker erwarten, dass die Entlastung am Ende nur einen Bruchteil der von der Regierung versprochenen 615 Mio. Pfund erreichen wird.

Zweitens fördert die Regierung den Bau neuer Sozialwohnungen im laufenden Haushaltsjahr mit zusätzlichen 600 Mio. Pfund. Um den kollabierten Hypothekenmarkt wiederzubeleben, garantiert der britische Staat in Höhe von 50 Mrd. Pfund für die Verbriefung von Hypothekenkrediten. Damit will er erreichen, dass Banken solventen Kaufinteressenten Kredite für Hauskäufe gewähren. Selbst diese Gruppe hat aktuell Mühe, Kredite zu bekommen.

Auch in Frankreich kann die Regierung den Bausektor, in der Vergangenheit einer der Hauptstützen für Konjunktur und Arbeitsmarkt, nicht übergehen. Das Wohnungsbauministerium will insgesamt 1,4 Mrd. Euro in verschiedenen Förderschritten verteilen. Den Löwenanteil von 600 Mio. Euro gibt die Regierung dafür aus, Bauträgern zurzeit unverkäufliche Neubauwohnungen abzunehmen. Insgesamt 30 000 Wohnungen will der Staat aufkaufen.

Für weitere 600 Mio. Euro sollen 30 000 neue Sozialwohnungen gebaut werden. Zusätzlich sind 200 Mio. Euro für ein milliardenschweres Stadterneuerungsprogramm sowie für zinsbegünstigte Kredite vorgesehen. Alain Dinin, Chef der Immobiliengruppe Nexity, beobachtet, dass das Zinsprogramm bereits greift. Unter den Käufern seien vermehrt Erstkäufer, die davon profitierten. „Das ist noch nicht der Aufschwung, aber das Ende des Falls“, sagt Dinin.

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