Auch deutsche Hausbesitzer betroffen
Spanien verstaatlicht Hausbesitz an den Küsten

Hausbesitzer an den Küsten Spaniens müssen um ihre Eigenheime bangen: Die spanischen Behörden sind dazu übergegangen, Immobilien in unmittelbarer Küstennähe zu verstaatlichen. Zehntausende Häuser und Wohnungen in ganz Spanien sind betroffen.

dpa MADRID. Tausende von Eigenheimbesitzern an den Küsten Spaniens, darunter auch viele Briten und Deutsche, bangen um ihre Häuser. Die spanischen Behörden sind in letzter Zeit dazu übergegangen, Immobilien in unmittelbarer Küstennähe zu verstaatlichen. Wie die Madrider Zeitung „El País“ am Montag berichtete, stützten sie sich dabei auf ein Küstenschutzgesetz aus dem Jahr 1988, das in letzter Zeit verstärkt angewandt werde.

Nach diesem Gesetz dürfen die Strände und Dünen sowie eine angrenzende Übergangszone nicht bebaut werden. London und Berlin baten Spanien um Auskunft über die Anwendung des Gesetzes. Von den Enteignungen sind nach Angaben der Zeitung auch Gebäude betroffen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes legal errichtet worden waren. Die betroffenen Grundstücke gehen nach dem Gesetz in das Eigentum des Staates über.

Die bisherigen Eigentümer dürfen ihre Anwesen nach dem Gesetz noch 30 Jahre lang nutzen. Diese Frist kann auf bis zu maximal 60 Jahre verlängert werden. Allerdings dürfen die bisherigen Eigentümer ihre Immobilien in dieser Zeit nicht verkaufen und müssen sich bauliche Veränderungen genehmigen lassen.

Mit dem Gesetz will Spanien seine Küsten einem besonderen ökologischen Schutz unterstellen und dafür sorgen, dass die Strandgebiete für die Allgemeinheit zugänglich bleiben. Die Bestimmungen waren in den ersten Jahren kaum in die Praxis umgesetzt worden, weil zunächst für die gesamte Küstenlinie festgelegt werden musste, wie weit die Schutzgebiete jeweils ins Land hineinreichten.

Die Vermessungen sind noch immer nicht abgeschlossen und sollen bis 2011 beendet sein. Die konservative Regierung (1996-2004) hatte das Gesetz praktisch nicht in die Tat umgesetzt.

Die betroffenen Eigentümer schlossen sich zu einer Interessen-Gemeinschaft zusammen. Deren Präsidentin Carmen del Almo sagte der Zeitung, 45 000 Häuser und Wohnungen in ganz Spanien seien bedroht. Davon befänden sich 15 Prozent in den Händen von Ausländern, überwiegend Briten und Deutschen.

Die Direktorin der Küstenbehörde, Alicia Paz Antolín, wollte diese Zahlen nicht bestätigen: „Uns liegen keine Schätzungen vor. Aber mir scheinen die Zahlen übertrieben zu sein.“ Die spanische Regierung habe nicht die Absicht, das Küstenschutzgesetz zu ändern.

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