Auch in der Nische können Unternehmen wachsen
Erfolgreiche Strategien für Immobilienberater und -entwickler

Warum interessieren sich Investoren eher für die Büroimmobilie in Paris als die Zentrale eines öffentlichen Unternehmens in Karlsruhe?

DÜSSELDORF. Warum interessieren sich Investoren eher für die Büroimmobilie in Paris als die Zentrale eines öffentlichen Unternehmens in Karlsruhe? Auch für Torsten Angermann sind solche Anlageentscheidungen nicht immer nachvollziehbar. Der geschäftsführende Gesellschafter der Angermann-Gruppe in Hamburg kennt die Fokussierung institutioneller Anleger auf die fünf bis sechs Top-Immobilienstandorte Deutschlands und die überwiegenden Objekteinkäufe im europäischen Ausland und den USA.

Während der heimische Büro- Vermietungsmarkt nahezu am Boden ist, bietet der Investmentmarkt jedoch noch ausreichend Platz für Projekte. "Weniger Neubau als Re-Development, weniger Büro und mehr Einzelhandel, mehr Netzwerk als Alleingeschäft und mehr Kreativität sowie Flexibilität sind die Rezepte die bei entsprechender Mixtur funktioniere", meint Angermann. Der promovierte Jurist ist seit 18 Jahren in der Branche und macht nach eigener Aussage gerade den dritten Abwärtszyklus mit.

Eine Marktlücke soll helfen, die Baisse zu überbrücken. Seine Idee: "Etliche Shopping-Center in guten Stadtteillagen sind in der Ausstattung und im Branchenmix nicht mehr zeitgemäß." Mit der Neugründung der Retail Partners GmbH will er als Re-Developer auf fremde Rechnung tätig werden. Die Nachfrage sei da, große Einzelhändler wie Kaufland wollen im Norden expandieren. Mietverträge über einen Zeitraum von 15 Jahren die Regel. Der Schwerpunkt liege auf kleinere Einzelhandelsobjekte in der Größenordnung zwischen 5 000 bis 15 000 Quadratmetern. Und schon für diesen Herbst plant Angermann die Neueröffnung einer Stuttgarter Niederlassung.

Neue Geschäftsfelder in Fernost

Neue Geschäftsfelder will Angermann zudem mit der Initiative Fernost anstoßen. Ab sofort werde die Immobilienberatung auch auf Mandarin und Koreanisch angeboten werden, heißt es in der Pressemitteilung der Hamburger. Begründung: "Früher kamen vor allem Ein-Mann-Unternehmen nach Hamburg als Chinas zentrale Anlaufstelle innerhalb Europas. Heute sind die Dimensionen ganz andere."

Kreativität, strategische Allianzen mit sich ergänzenden Arbeitsfeldern und eine gehörige Portion Flexibilität ohne "Wasserkopf" hält Thomas Glodek von Aengevelt Immobilien KG für gute Voraussetzungen im momentan rauen Fahrwasser der Branche. Das Düsseldorfer Maklerunternehmen erwartet nach einem fast manischen Anlageverhalten privater und institutioneller Investoren in Büroimmobilien auf Grund der negativen Entwicklung auf den Märkten für Büroflächen bundesweit ein Revival der Einzelhandelsimmobilien. Mit dem City-Depot verspricht Lutz Aengevelt den Investoren ein breites Angebot aus derzeit 160 Büro- und Einzelhandelsobjekten ohne so genannte Kröten, die dem "gezielten rendite- und sicherheitsoptimierten Portfolioumbau" für Investoren gerecht werden sollen. Und das bei geringem Prüfungsaufwand für die Kunden.

Weitere lukrative Arbeitsfelder sieht Aengevelt in der Optimierung großer Immobilienbestände: Viele Unternehmen würden über den Verkauf ihrer Liegenschaften nachdenken. Auch Sale-and-lease-back-Modelle, der Objektverkauf mit gleichzeitiger Rückmietung, sei im Trend.

Andreas Pfnür, Lehrstuhlvertreter am Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität Darmstadt schließlich sieht die zukünftigen großen Aufgaben und Chancen für Entwickler und Anleger in der Revitalisierung des Wohnungsbestandes der Innenstädte. Nur am Wohnungsmarkt seien noch gute Renditen im ansonsten ausgereizten deutschen Immobilienmarkt Deutschland zu erreichen.

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