Aufschwung
Britische Regierung schiebt Immobilienmarkt an

Mit einem Kredit-Bürgschaftsprogramm will die britische Regierung dem Immobilienmarkt zusätzlichen Schwung geben. Kritiker warnen: Die Pläne könnten zu einer neuen Immobilienblase führen.
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LondonDie britische Regierung will dem Immobilienmarkt mit einem Kredit-Bürgschaftsprogramm zusätzlichen Schwung geben. Das am Dienstag in London gestartete Programm soll den Banken die Gewährung von Darlehen an Hauskäufer mit wenig Eigenkapital erleichtern. Dazu garantiert die Regierung künftig für 15 Prozent der ausgereichten Summe. Im Ergebnis muss die Bank weniger Kapital zur Absicherung ihres Risikos beiseitelegen als bisher. Kritiker warnen, die Pläne könnten zu einer neuen Immobilienblase führen.

Künftig soll es ausreichen, wenn der Käufer fünf Prozent des Immobilienpreises selbst aufbringt. Den Rest kann die Bank übernehmen, die durch die Teilgarantie der Regierung entlastet wird. Der britische Immobilienmarkt befindet sich bereits im Aufschwung: Im September stiegen die Preise so stark wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Quer durch die Parteien warnten Abgeordnete deshalb, der zusätzliche Impuls könnte zu neuen Preisschüben führen, weil das Angebot mit der zu erwartenden Nachfrage nicht mithalten könne.

Als die Regierung die Initiative im März ankündigte, ging es dem Häusermarkt wie der gesamten Wirtschaft im Königreich deutlich schlechter als jetzt. Den Wachstumstrend bestätigte am Dienstag auch der Internationale Währungsfonds, der seine Konjunkturprognose deutlich anhob. Die Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,4 und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent steigt. Noch im Juli war der Fonds nur von Zuwächsen von 0,9 und 1,5 Prozent ausgegangen.

Die beiden in der Finanzkrise teilverstaatlichten Banken RBS und Lloyds haben bereits angekündigt, für das Regierungsprogramm zu werben. Hinzu kommen kleinere Geldhäuser wie Virgin Money oder Aldermore. Europas größte Bank HSBC erklärte, sie werde sich noch vor Jahresende anschließen. Barclays und die britische Tochter der spanischen Santander prüfen eine Teilnahme.

Im Gegenzug für die Staatsgarantie erhebt die Regierung von den Banken eine Gebühr von 0,9 Prozent der Kreditsumme. Damit sollen Verluste für die Steuerzahler wegen geplatzter Darlehen vermieden werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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