Aufsicht in der Kritik: Warum die Bafin S&K gewähren ließ

Aufsicht in der Kritik
Warum die Bafin S&K gewähren ließ

Die Bafin steht in der Kritik: Laut Informationen der digitalen Tageszeitung Handelsblatt Live hätte die Behörde bereits vor Jahren von den Geschäften der mutmaßlich betrügerischen Immobiliengruppe S&K wissen können.
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DüsseldorfIm Anlegerskandal der mutmaßlich betrügerische Immobiliengruppe S&K steht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in der Kritik. Sie wusste früh Bescheid, schritt aber nicht ein. Der digitalen Tageszeitung Handelsblatt Live erklärte ein Sprecher der Behörde: „Ab Frühjahr 2012 kam ein Einschreiten der Bafin nicht mehr in Betracht, weil ab diesem Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft darum gebeten hatte, nicht an die S&K-Gruppe heranzutreten, um die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht zu gefährden.“

Die Staatsanwaltschaft führte aber erst im Februar 2013, also knapp ein Jahr später die Razzia durch, die das Ende von S&K einleitete. In der Zwischenzeit investierten aber Anleger weitere Millionen in die Fonds. Noch Ende Januar 2012 wurde beispielsweise der Fonds Deutsche Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG aufgelegt. In dem Fonds sammelten sich bis zum Ende laut Staatsanwaltschaft 28,2 Millionen Euro an.

Darüber hinaus hätte die Bafin nach Informationen von Handelsblatt Live schon vor Jahren wissen können, dass S&K Anlegergelder in ein Geschäft schleust, für das Unternehmensgruppe „keine Erlaubnis zum Betreiben“ hatte, wie die Bafin später selbst feststellte. Es ging dabei um den Ankauf von Lebensversicherungen, der in der Form, wie S&K es betrieb, einer Bafin-Erlaubnis bedurfte. Diese fehlte jedoch. Wenn die Bafin rechtzeitig eingeschritten wäre, hätten viele Anleger wohl nicht bei S&K investiert.

Den vollständigen Artikel lesen Sie bei Handelsblatt Live, einer dreimal täglich aktualisierten Digitalzeitung, die über eine App für iPad und Android verbreitet wird.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Aufsicht in der Kritik: Warum die Bafin S&K gewähren ließ"

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  • „Ab Frühjahr 2012 kam ein Einschreiten der Bafin nicht mehr in Betracht, weil ab diesem Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft darum gebeten hatte, nicht an die S&K-Gruppe heranzutreten, um die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht zu gefährden.“

    Eine eigenartige Interpretation von Finanzaufsicht.

    Sieht das deren Dienstaufsichtsbehörde ebenso?

    Vielleicht sollte sich der Finanzminister auch einmal danach erkundigen, ob es denn auch für die Erledigung der Aufgaben der BaFin irgendwelche CDs käuflich erworben werden können. In Deutschland ist der Ankauf von Hehlerware, wenn das Geld aus dem Staatssäckel kommt, schließlich erlaubt.

    Schließlich können wir Deutsche und glücklich schätzen "Member of the Republik Banana" zu sein.

    Ja, geht's noch?

  • Nicht nur die Bafin hätte es wissen können, sondern auch das Handelsblatt und sämtliche Anleger und zwar schon jahrelang. Man müsste allerdings gomopa.net lesen...

  • Die Exekutive ist dafür da, Verbrechen zu verhindern! Bei Verbrechen zuzusehen um dann noch mehr aufzudecken ist kriminell und verboten. Die Exekutive muss präventiv agieren. Hier sollte jnd die Staatsanwaltschaft verklagen.

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