Auslandsimmobilien
Toskana weiter hoch im Kurs

In Italien sind die Immobilienpreise trotz einer neuen Steuer im Vergleich zu anderen Krisenländern moderater gesunken. Prestigeobjekte in der Toskana oder am Gardasee bleiben weiterhin teuer.
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MailandMario Monti hat sich nicht beliebt gemacht bei den Italienern, als er kurz nach Amtsantritt eine neue Immobiliensteuer mit dem Namen Imu einführte. Sein Vorgänger hatte die unbeliebte Steuer Ici auf das Eigenheim am Erstwohnsitz abgeschafft.

Als dann Monti die Steuer mit einem anderen Namen leicht abgeändert wieder einführte, hatten Beobachter zunächst mit sinkenden Preisen gerechnet. Aber die Liebe der Italiener zum „Mattone" - dem Stein, wie sie die Immobilie fast zärtlich nennen - scheint stärker als der Fiskus.

Die Bewohner des Mittelmeerlandes, die zu mehr als 80 Prozent in den eigenen vier Wänden wohnen, lassen sich nicht von der neuen Steuer schockieren. „Der Trend bei den Preisen bleibt zwar weiterhin negativ, aber das liegt nicht an der Steuer", ist Luca Dondi, Immobilienexperte beim Forschungsinstitut Nomisma überzeugt.

„Wir sehen keine großen Auswirkungen der Imu auf die Preise", sagt auch Marco Rognini, der Group Sales Manager vom Maklerbüro Engel & Völkers in Italien. „Es war ja eher eine Anomalie, dass Italien keine Immobiliensteuer mehr hatte", sagt er. Mit 500 bis 2000 Euro für ein normales Haus oder Wohnung sei die Steuer nicht entscheidend für eine so große Investitionsentscheidung.

Dennoch sind die Preise seit dem Hoch von 2007/2008 laut Nomisma gesunken - allerdings mit 15 bis 18 Prozent deutlich moderater als in den Krisenländern Griechenland und Spanien. Und: „Der Einbruch der Immobilienpreise traf vor allem unattraktive Wohnlagen in der Peripherie der Städte, nicht das Landhaus im Chianti oder die Wohnung in Porto Cervo auf Sardinien", sagt Rognini. In der Toskana seien die Preise für Prestigeobjekte weiterhin hoch, ebenso am Gardasee. Für weniger Geld als 2011 gebe es dort Wohnungen ohne Seeblick, nicht aber die Villa mit Seezugang.

Günstiger wird es in weniger bekannten Regionen: Die Hügel rund um Piacenza in der Region Emilia Romagna, die Marken und auch die Basilicata seien noch nicht so überlaufen und dennoch reizvoll: Ein 185 Quadratmeter großes Haus in der Toskana, das für 700.000 Euro auf dem Markt ist, koste in den Marken knapp die Hälfte.

„Wer auf Werterhalt aus ist, für den ist Italien auch heute ein gutes Pflaster." Etwas vorsichtiger sieht es Dondi von Nomisma: „Wenn der Verkäufer 20 bis 30 Prozent mit dem Preis heruntergeht, können Sie zugreifen", rät er. „Andernfalls einfach in ein paar Monaten noch mal anklopfen!"

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Ich selbst leben von Immobilien. Aber wer allen Ernstes jetzt in Italien ein Haus für 350000 Euro kauft, kann es genauso gut gleich in den Po werfen. Italien wird einen beispiellosen Niedergang sehen ( Spanien lässt grüssn). Überhaupt haben die italienischen Immopreise keinerlei Grundlagen. Schwarzgeldzahlungen sind of Bedingung und Ruinen in der Toscana werden an den "doofen" Touris seit ewigen Zeiten angedreht. Ich kenne Leute, die haben ihr Vermögen buchstäblich in Italien in den Sand gesetzt.

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