Auswanderer
St. Tropez statt Baggersee

Mal ehrlich: Möchten Sie manchmal auch auf und davon? Genug gearbeitet? Mehr Sonnentage? Welche Länder die Deutschen locken und worauf es dort bei Steuern, Immobilien und Krankenversicherung ankommt.
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Jutta W. aus Frankfurt hat ernst gemacht: Nach all den Jahren im Beruf wollten sie und ihr Mann nicht in Deutschland versauern und alle paar Monate auf einem Wochenendtrip Sonne und Kultur tanken. Die beiden lernten Spanisch und zogen vor zwölf Jahren des milden Klimas wegen in den kleinen Ort Peñíscola zwischen Valencia und Barcelona. Mehr Sonne, mehr fürs Geld – und mehr Spaß im Leben, während sich die Freunde von einst noch immer in derselben Mühle drehen. Selbst als ihr Mann starb, entschied sich die resolute Frau, zu bleiben und nicht zu ihrem Sohn nach Deutschland zu ziehen. "Ich bin integriert, habe Freunde, hier ist mein Zuhause", sagt sie.

So wie Jutta W. haben längst Hunderttausende Deutsche fern der Heimat eine neue gefunden. Und jedes Jahr folgen ihnen Scharen neuer Ruheständler. Spanien, Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich (siehe Grafik „Die beliebtesten Länder“) – längst bevölkert von deutschen Auswanderern. Wagemutige gehen jetzt nach Osten: Mit großem Abstand, aber hohen Zuwachsraten folgen auf der Beliebtheitsskala inzwischen Länder wie die Türkei, Kroatien und Bulgarien. Hier reicht auch ein durchschnittliches Alterseinkommen für den Kauf einer Immobilie und ein Leben auf der Sonnenseite (siehe „Gefragt ist warm und billig“). Denn Mittelmeer statt Möhnesee, Ruhe statt Rushhour sind längst nicht mehr das Privileg der Reichen und Schönen.

Ohne Weiteres lässt der deutsche Staat Wandervögel aber nicht ziehen, und nicht überall herrschen paradiesische Zustände: Was Sie über Steuern und Krankenversicherung wissen müssen. Dazu: Die wichtigsten Kosten und Regeln beim Immobilienkauf.

» Spanien: Sonne und Mondpreise
Fast 600 000 deutsche Auswanderer hat es an die Costa del Sol, die Costa Blanca, auf die Kanaren oder die Balearen verschlagen.

» Frankreich: Weiter nach Westen
Schon 30 000 bis 50 000 Deutsche haben sich in Südfrankreich niedergelassen. War es früher die Côte d’Azur, ist aktuell die westlicher gelegene Gegend um Montpellier gefragt.

» Italien: Piemont statt Toskana
Wer in Italien auch nur ein bessere Scheune kauft, kommt schon lange nicht mehr billig davon.

» Schweiz: "Liebe Steuerflüchtlinge"
So begrüßte CDU-Politiker Friedrich Merz kürzlich deutsche Gäste bei einem Vortrag in Zürich. In der Tat zieht es viele Deutsche aus Steuergründen ins Nachbarland. Doch sie sollten aktuelle Trends beobachten.

» Österreich: Ende der Erbidylle
Auch die Alpenrepublik lockt mit Steuervorteilen. Noch – wichtige Änderungen stehen an.

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