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18.07.2008 
Büroimmobilien

Büroimmobilien: Bange machen gilt nicht

von Reiner Reichel

In Deutschland laufen die Geschäfte der Büroimmobilien-Makler wie geschmiert. Einer der Marktführer, Atisreal, meldet einen Neuvermietungsrekord im ersten Halbjahr. Rund 1,8 Mill. Quadratmeter fanden in neun von Atisreal betrachteten Großstädten neue Mieter - und die zahlen auch höhere Mieten als zuvor.

Die Hafencity Hamburg gehört zu den größten Immobilienprojekten in Deutschland. Mit einem Überangebot an Büros wird dennoch nicht gerechnet. Foto: APLupe

Die Hafencity Hamburg gehört zu den größten Immobilienprojekten in Deutschland. Mit einem Überangebot an Büros wird dennoch nicht gerechnet. Foto: AP

DÜSSELDORF. Parallel zum Neuvermietungsrekord hat sich das Volumen der Käufe und Verkäufe von Büroimmobilien mit rund zwölf Mrd. Euro mehr als halbiert.

Dass der Vermietungsmarkt brummt, während der Investmentmarkt einbricht, ist kein Widerspruch. Den Immobilienkäufern wurde wegen der Finanzkrise der Kredithahn zugedreht. Die Mieter aber stellen neue Mitarbeiter ein, die Platz benötigen. Noch rechnen Experten mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von deutlich mehr als zwei Prozent. Doch schon ist klar: Im nächsten Jahr wir der Anstieg deutlich geringer ausfallen.

Erinnerungen an das Jahr 2000 werden damit wach. Damals wurden in den neun Metropolen der Atisreal-Statistik rund 3,9 Mill. qm neu vermietet - soviel wie niemals zuvor. Gleichzeitig kletterte das BIP um 3,2 Prozent. Der Hype um die neuen Medien hatte es möglich gemacht. Ein Jahr später war die Party vorbei. Für die Neue-Markt-Firmen ebenso wie für die deutsche Immobilienbranche. Letztere schlidderte in eine Krise, von der sie sich erst fünf Jahre später erholte.

Wiederholt sich nun die Geschichte? "Nein", sagt Helge Scheunemann, "eine Krise sehe ich nicht". Der deutsche Analyse-Chef des internationalen Immobiliendienstleister Jones Lang Lasalle hat gute Gründe für seinen Optimismus. In den nächsten zwei Jahren kommt nicht einmal halb so viel neuer Büroraum auf den Markt wie damals. Und davon ist auch noch mehr vor Fertigstellung vermietet als vor sieben Jahren. Vorvermietungen haben wesentlich zu den aktuell guten Flächenumsätzen beigetragen - wie etwa zum Plus von fast 50 Prozent in Frankfurt - und sie geben den Investoren Sicherheit.

Die Kehrseite: Der Umzug in den Neubau hinterlässt andernorts Lücken. Die werden an 2009 höheren Leerstandsquoten ablesbar sein, aber nicht so groß ausfallen, wie vor sieben Jahren. Als Folge des geringeren Wachstum werden Neuvermietungen abnehmen und Mieten stagnieren oder sinken.

Doch Krisenzeichen sind dies für Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW), nicht. "Wir haben keinen überhitzten Markt." Also keine Blase, die nun platzt. Ein Blick auf die Mieten belegt dies. Sie haben auch jetzt noch nicht das Niveau von vor sieben Jahren erreicht. Damals lag die Leerstansquote unter vier Prozent, weil Firmen auf Vorrat gemietet hatten. Später suchten sie händeringend Untermieter, weswegen Neubauten keine Mieter fanden. Das ist heute trotz höheren Leerstandes nicht zu befürchten. Wer die Adresse wechselt hinterlässt oft Gebäude, die ohnehin modernisiert werden müssen.

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