Banken erhöhen Risikobereitschaft
Investoren suchen weiter Wohnungen

Die erwarteten Zinssteigerungen sind zu moderat, um den Hunger ausländischer Investoren auf deutsche Mietwohnungen merklich dämpfen zu können. Mit kleinen Strategieanpassungen beugen sie Renditeeinbußen vor.

HB DÜSSELDORF. Deutschland sei noch immer ein Markt der Gelegenheiten und für Mietrenditen von acht Prozent gut, meinen die Experten der niederländischen Bank Kempen & Co. und ihre Kollegen von Dresdner Kleinwort in einer gemeinsamen Studie. Die übliche hohe Fremdkapitalquote treibt die Eigenkapitalrendite der Wohnungsinvestoren oft auf ein Mehrfaches der Mietrendite.

„Mit steigenden Zinsen wird der Appetit der Finanzinvestoren abnehmen“, sagt Hubert Beckmann, Vorstandsvorsitzender der Westdeutschen Immobilienbank. Aber der Punkt, an denen ihnen der Appetit vergeht, werde nicht so schnell erreicht. „Das Zinsniveau ist noch unkritisch“, bestätigt Diego Fernández Reumann, Geschäftsführer der Sireo Real Estate GmbH, einer der großen deutschen Immobilienmanager.

Nach wie vor schwimmen die Finanzinvestoren im Geld. Als Folge beobachtet Fernández Reumann, dass der Bieterwettbewerb um große Portfolios größer ist als um kleine. Um die ursprünglich anvisierte Rendite zu halten, werde versucht, mit noch weniger Eigenkapital als bisher auszukommen. Seien zehn Prozent vorgesehen gewesen, tendierten die Gesellschaften zu sieben bis acht Prozent. Ihnen komme der Wettbewerb der Banken entgegen, sagt Fernández Reumann. Die Institute würden risikofreudiger und machten Zugeständnisse bei den Margen. So würden Banken heute den Kauf von Wohnungsportfolios zu etwa 100 Basispunkten statt früher 150 Basispunkten über Libor (Zinssatz unter Banken) finanzieren, berichtet der Sireo-Chef. Banker Beckmann bestätigt die höhere Risikobereitschaft, verweist aber auf die vielfach praktizierte risikomindernde Verbriefung der Kredite.

Offenbar rechnen inzwischen auch einige Investoren ihre Renditen schön. In manchen Geschäftsplänen werde das Mieterhöhungspotenzial optimistischer angesetzt, oder es würden geringere Beträge für die laufende Instandhaltung vorgesehen, berichtet Georg Erdmann, Leiter Finanzen bei der Patrizia AG, einem großen Wohnungsprivatisierer, der auch Finanzinvestoren berät.

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