Banken konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft
Dienstleister übernehmen Routinearbeit

Die Banken sollten sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren – diese Empfehlung ist immer wieder zu hören, wenn es darum geht, profitables Wachstum abzusichern. Das ist auch das erklärte Ziel deutscher Finanzdienstleister. Gero Freudenstein ist Manager, Christian Röckemann ist Principal, Financial Institutions and Services Group bei A.T. Kearney.

HB DÜSSELDORF. Hierbei werden unter anderem alle Bereiche nach ihrem Wertbeitrag durchforstet. Zugleich wird geprüft, ob Leistungen, die nicht zum Kernbereich der Banken gehören, durch Dritte besser und günstiger erstellt werden könnten. Deutsche Finanzdienstleister produzieren zu viel selbst und nutzen die Dienstleistungen von Lieferanten zu wenig – so lautet zumindest ein gerne gemachter Vorwurf. Doch deutsche Institute und speziell die S-Finanzgruppe sowie der genossenschaftliche Finanzverbund sind dabei besser als ihr Ruf.

Mit dem so genannten Transaction Banking – zu dem beispielsweise die Abwicklung von Zahlungsverkehr, Wertpapieren sowie Krediten zählt – wurde ein Geschäftssegment entwickelt, in dem auch heute schon systematisch abgewogen wird, ob Dienstleistungen im eigenen Unternehmen erstellt oder an Dritte ausgelagert werden sollten. Das in diesem Produktionsbereich – im Zentrum der Bankdienstleistungen – erbrachte Leistungsvolumen beträgt in Deutschland jedes Jahr immerhin rund sechs Mrd. Euro. Davon entfallen deutlich mehr als 30 Prozent auf den Sparkassensektor.

Auf Grund seiner besonderen Geschichte und seiner dezentralen Struktur ist der Markt für Transaction Banking gewissermaßen eine deutsche Spezialität. Doch in welchem Umfang werden Dienstleistungen beim Transaction Banking von Dritten im deutschen Markt erbracht? Die Marktreife der einzelnen Segmente ist unterschiedlich – vor allem im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung hat sich das Outsourcing von Dienstleistungen an externe Anbieter offenbar durchgesetzt. Die aktuelle Transaction-Banking-Studie von A.T. Kearney zeigt, dass der Durchbruch auch in weiteren Produktsegmenten bevorsteht, wobei vorwiegend ein sektorspezifisches Angebot von den Teilnehmern erwartet wird. Die Studie repräsentiert rund 50 Prozent des Marktvolumens aus allen drei Säulen – öffentlich-rechtlich, genossenschaftlich und privat.

Beim Transaction Banking wird der Kontoservice als ein Favorit angesehen – dies unter anderem in der S-Finanzgruppe, in der vielfach bereits auf gleichen Systemplattformen gearbeitet wird. Die viel zitierte, aber bislang hinter den Erwartungen zurückgebliebene Immobilienfinanzierung wird in den nächsten Jahren ebenso folgen wie der Fondsdepotsservice und die Fondsadministration, in der die ersten großen Outsourcing-Überlegungen bekannt werden.

Die Studie zeigt aber auch einen anderen zentralen Trend auf: weg von isolierten Angeboten in einem Teilsegment – zum Beispiel beim beleghaften Zahlungsverkehr Inland – hin zu gebündelten Angeboten, die es den outsourcenden Instituten erlauben, für mehrere Produkte einen gemeinsamen Dienstleister zu nutzen und die Qualität mit minimalen Restorganisationen sicherzustellen.

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