Banken stehen Vorfälligkeitsentschädigungen zu
Banken berechnen oft zu hohe Strafzinsen

Wer ein Darlehen mit einer Zinsbindung vorzeitig zurückzahlen will, muss der finanzierenden Bank in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Laut eines aktuellen Urteils des Bundesgerichtshofs (BGH) muss dieser Schadensersatz jedoch realistisch berechnet werden.

HB DÜSSELDORF. Bereits in der Vergangenheit hatte der BGH in mehreren Urteilen entscheiden, dass Banken eine Vorfälligkeitsentschädigung zusteht. Diese muss so berechnet werden, dass das Kreditinstitut keinen Verlust aufgrund der entgangenen Zinsen aus dem Darlehen erleidet. Demzufolge hat der Darlehensnehmer die Differenz des Zinsniveaus zwischen aktuellen Renditen von Pfandbriefen und Darlehen für die restliche Zinsbindung zu zahlen.

In der Praxis haben Banken allerdings vielfach für sie besonders vorteilhafte Berechnungen angestellt: Anstatt die Zinsdifferenz zwischen tatsächlich am Markt gehandelten Pfandbriefen und dem Darlehenszins heranzuziehen, bedienten sie sich eines eigenen, künstlichen Index, dem PEX-Index. Die dort gelisteten Renditen sind oftmals niedriger als die Marktzinsen. Die Konsequenz: Die Zinsdifferenz ist größer, die vorzeitige Ablösung des Darlehens für den Kunden teurer.

Dieser ungerechtfertigte Vorteil der Hypothekenbanken sei nicht hinnehmbar, urteilten jetzt die BGH-Richter: Der PEX-Index repräsentiere Angebote, die den subjektiven Einschätzungen und Wünschen von Hypothekenbanken, nicht jedoch der Realität entsprechen. Die Banken müssen demzufolge die Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank bei der Berechnung der Entschädigung heranziehen. Gut für den klagenden Bankkunden: Er muss jetzt erheblich weniger Schadensersatz an seine Bank zahlen, als diese von ihm verlangte.

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