Banken und Makler
Immobilienprofis gesucht

Bereits im zweiten Jahr in Folge läuft das Geschäft mit Immobilieninvestments hier zu Lande exzellent. Kapital aus dem Ausland sucht händeringend nach immobilen Anlagen mit stetigen Erträgen. Entsprechend rasant stocken deutsche Immobilienhäuser und Banken ihre Teams auf – sofern sie überhaupt Leute finden. Gute Berater mit Expertise sind dringend gesucht, und verdienen in der Spitze mehr als eine Million Euro im Jahr. Dafür wird Einiges von ihnen verlangt.

DÜSSELDORF. Die Arbeit der Beratungsprofis geht weit über die Suche nach Objekten und deren marktgerechter Taxierung hinaus. Gefragt sind Experten, die sowohl Finanzierungsmodelle entwickeln wie Businesspläne erstellen können, die das Klein-Klein des Immobiliengeschäfts ebenso verstehen wie die Gesetzmäßigkeiten des globalen Kapitalmarktes. Kurz: „Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein“, sagt Marc Kleinpeter, Geschäftsführer des Immobilienberatungsunternehmens Colliers Trombello Kölbel in Düsseldorf. Mit exakt den gleichen Worten beschreibt Christian Schmid den idealen Real-Estate-Investment-Banker. Schmidt leitet seit April dieses Jahres beim Immobilienfinanzierer Eurohypo die Abteilung Debt Capital Markets. Hier werden Immobilienkredite strukturiert, um sie – etwa in Form von Verbriefungen – am Kapitalmarkt zu platzieren.

Der Geschäftsführer des mittelständischen Immobilienberaters und der Immobilien-Investmentbanker stehen damit vor demselben Problem: Sie brauchen Mitarbeiter, die globale Kapitalströme ebenso im Blick haben wie die lokalen Immobilienmärkte. Wer beides beherrscht, ist gesucht wie nie zuvor: „Die Nachfrage nach Immobilieninvestmentberatern hat sich in den vergangenen zwei Jahren etwa verdreifacht“, schätzt Martina Borgmann, bei Kienbaum Executive Consultants in Düsseldorf zuständig für die Rekrutierung von Führungskräften in der Immobilienwirtschaft. Allein das internationale Beratungsunternehmen Jones Lang Lasalle (JLL) hat sein Investmentteam um 25 Mitarbeiter vergrößert, ein Plus von 70 Prozent. Bei Berater Catella in Berlin wuchs die Mannschaft binnen eines Jahres von 60 auf 115 Personen, beim Immobilienberater DTZ heuerten zwölf neue Leute im Bereich „Capital Markets“ und sieben Bewertungsspezialisten neu an, das Consultants-Team von Atisreal, Immobilien-Beratungstochter der BNP-Paribas, hat sich binnen drei Jahren von 17 auf mehr als 50 gut verdreifacht. Das Structured-Finance-Team der Hamburger HSH Nordbank schließlich wurde um rund 20 Mitarbeiter aufgestockt, sagt Leiter Michael Schwalba.

Berater und Banken machen dabei Jagd auf die gleichen Talente. „Der Flaschenhals bei der Expansion ist eindeutig das knappe Angebot an Mitarbeitern“, sagt DTZ-Deutschland-Geschäftsführer Lutz Behrendt. Gesucht sind erfahrene Mitarbeiter, die sehr gut - am besten verhandlungssicher - Englisch sprechen, die verschiedenen internationalen Immobilienbewertungsverfahren aus dem Effeff beherrschen, beste Marktkontakte haben und nicht zuletzt „über Zeitbarrieren hinweg“ zu arbeiten bereit sind, also auch am späten Abend und am Wochenende für ihre Kunden erreichbar sind.

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