Immobilien
Banken wollen Auktionen vermeiden

„Viele Immobilien sind so speziell, dass es nur wenige gibt, die sie als passend empfinden“, berichtet Peter Ulrich, Rechtspfleger beim Amtsgericht Köln, aus der Praxis. Drum kommt es schon einmal vor, dass auf eine zu vermietende Immobilie weder beim ersten noch beim zweiten Versteigerungstermin geboten wird.

HB/bbl DÜSSELDORF. „Dann wird der Antrag auf Zwangsversteigerung aufgehoben“, erklärt Ulrich. Eine unbefriedigende Situation für alle Beteiligten.

Für die Hypothekenbank in Essen (EssenHyp) ein Grund, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. „Wir nehmen notleidende Immobilien zuerst in die Instituts-Zwangsverwaltung“, erklärt Reiner Wolf, Leiter der Kreditabwicklung bei der EssenHyp. Das bedeutet, der Zwangsverwalter vertritt den Eigentümer als Vermieter. Er darf aber nicht wie in einer Insolvenzverwaltung das Objekt verkaufen. Gleichzeitig läuft der Antrag auf Zwangsversteigerung. „Bis es zur Versteigerung kommt, vergeht viel Zeit“, sagt Wolf. „So können wir das Objekt in Ruhe sanieren und einen Mieter suchen.“ Dabei hilft es, das Umfeld des Objektes näher kennen zu lernen. „Wir können so besser einschätzen, bei welchem Investor es ins Portfolio passen könnte“, erklärt Wolf. „Und wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die sich auf Krisen-Immobilien spezialisiert haben. Aber selbstverständlich stellen wir auch Objekte ins Internet ein“, sagt Wolf.

Die Vorteile: Gelingt die Vermietung, steht die Immobilie bis zur Versteigerung nicht leer und ist deshalb auch nicht von Gefahren wie zum Beispiel Vandalismus bedroht und erzielt Einnahmen. Darüber hinaus lässt sich eine vermietete und sanierte Immobilie zu einem höheren Preis versteigern als ein leer stehendes marodes Gebäude.

Eine weitere Möglichkeit der Veräußerung vor der Zwangsversteigerung könnten in Zukunft auch Immobilien-Auktionen sein. Die Essener prüfen diese Variante derzeit.

Doch die Suche nach einem Käufer bleibt schwer. „Mit der ständigen Zunahme der Insolvenzen kommen immer mehr günstige Gewerbeimmobilien auf den Markt“, weiß Harald Hess, Fachbereichsleiter Insolvenz- und Sanierungsmanagement beim Bund Deutscher Unternehmer. Die Folge: „Die Immobilienpreise sind auf breiter Front eingebrochen.“

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