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03.07.2007 
Erwartungen enttäuscht

Banker bremsen Reits-Euphorie

von Anne Wiktorin, Robert Landgraf und Christian Schnell

Der Traum vom Goldesel in der Immobilienbranche ist ausgeträumt – vorerst. Die mit Steuervorteilen und massig Vorschusslorbeeren bedachte Immobilienaktie Reit leidet unter Faktoren, welche die Euphorie erst einmal ausgebremst haben. Dennoch ist das Modell alles andere als eine Totgeburt.

Ein Gebäude der IVG in Paris. Das Unternehmen wartet vorerst noch mit der Umwandlung in einen Reit. Lupe

Ein Gebäude der IVG in Paris. Das Unternehmen wartet vorerst noch mit der Umwandlung in einen Reit.

FRANKFURT. Steigende Zinsen, Einschränkungen durch das Reits-Gesetz sowie die schlechte Kursentwicklung von Immobilienaktien lassen die Euphorie für die steuerbegünstigte Immobilienaktie Reit erlahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage in der Immobilienbranche, bei Bankern und Investoren. Die Konsequenz: Kein Unternehmen der Branche wagt derzeit als Erstes den Schritt der Umwandlung in einen Reit. Zudem ist unter den zahlreichen Gesellschaften, die aktuell an die Börse streben, kein Immobilienunternehmen mehr. Boetzelen Real Estate war sogar das einzige Unternehmen, das in diesem Jahr seine Emission absagen musste.

„Die Reits–Euphorie ist einer gewissen Skepsis gewichen“, beobachtet Siegfried Fernitz, geschäftsführender Gesellschafter des Frankfurter Immobilieninvestment-Hauses Catalyst Capital. Das spüren auch die Banken, die Anfang 2007 noch auf zahlreiche Börsengänge hofften. „Die jüngsten Zinserhöhungen haben die Branche in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Stefan Winter, Vorstand bei der UBS in Frankfurt. Inzwischen sei eine Prämie auf den fairen Wert nicht durchsetzbar, eher ein Abschlag, um Investoren eine Aktie schmackhaft zu machen.

Schuld an der Lage hat auch die Politik: „Die gesetzliche Ausgestaltung des im Frühjahr verabschiedeten Reits-Gesetzes wurde von Seiten der Investoren mit größeren Hoffnungen begleitet“, macht Victor Moftakhar, Chef der Aktienanlage bei der Dekabank, klar. Für Kritik sorgt, dass Wohnimmobilien außen vor bleiben und sie maximal mit 50 Prozent über Fremdkapital finanziert werden dürfen.

Dies wiegt angesichts steigender Zinsen umso mehr: Weil sich die Lücke zwischen vergleichsweise niedrigen Kreditkosten und relativ hohem Immobilienertrag geschlossen hat, fehlt der Hebel zur Verbesserung der Eigenkapitalrendite.

„Die Zinsentwicklung trifft jedoch alle Immobilien-Investmentvehikel gleichermaßen“, relativiert Christian Ulbrich, Deutschland-Geschäftsführer des internationalen Immobilienberaters Jones Lang Lasalle (JLL). Er macht vor allem das komplizierte rechtliche Korsett dafür verantwortlich, dass Reits nicht so schnell auf dem Börsenparkett erscheinen wie erwartet und geht von einer Verzögerung um etwa ein halbes Jahr aus. Ohnehin könne es sich auf Grund der beschlossenen Unternehmenssteuerreform lohnen, mit der Umwandlung in einen Reit bis 2008 zu warten, heißt es bei Ernst & Young.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Unter einer Milliarde Euro geht nichts“

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