Bauern gegen Investoren
Experten warnen vor Preisblase beim Ackerland

Die Preise für Ackerland sind vor allem im Osten explodiert, zum Teil haben sie sich in zehn Jahren verdreifacht – auch durch Investoren, die ihr Geld dort anlegen. Für manchen Bauern ist die Schmerzgrenze erreicht.
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MühlbergLandwirt Olaf Broneske hat seine Äcker fürs nächste Jahr bestellt. Auf den Feldern am Fuße der „Drei Gleichen“ in Thüringen herrscht nun Winterruhe, die Traktoren bleiben in den Maschinenhallen. „Boden ist unser wichtigstes Produktionsmittel“, sagt Broneske. „Ohne ihn nützen die modernsten Maschinen nichts.“ Doch um Ackerland ist ein harter Wettbewerb entbrannt, bei dem nicht nur die Landwirte selbst, sondern immer mehr Investoren mitmischen. Daher kannten die Pacht- und Bodenpreise in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: nach oben. Eine Entwicklung, die Broneske und seinen Kollegen vor allem in Ostdeutschland Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Rund 2500 Hektar bewirtschaftet seine Agrargenossenschaft, die vor allem Weizen, aber auch Raps, Gerste und Zuckerrüben anbaut. Rund 80 Prozent sind gepachtet. „Wir sind ständig bestrebt, Flächen zu kaufen“, erzählt Broneske. „Doch wir können bei den Preisen manchmal gar nicht mehr mithalten. Auch die hohen Pachtpreise sind irgendwann nicht mehr zu erwirtschaften.“ Als Beispiel berichtet er von einer 15 Hektar großen Fläche, die sein Betrieb lange gepachtet hatte. Als die bundeseigene BVVG sie zum Verkauf stellte, bot er demnach 15 .000 Euro je Hektar. „Wir sind aber nicht zum Zug gekommen. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, ist sie für 26.000 Euro je Hektar weggegangen.“

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Ackerland vor allem in den neuen Bundesländern explodiert. In Mecklenburg-Vorpommern etwa haben sie sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, in Sachsen-Anhalt und Brandenburg mehr als verdoppelt. Auch in Thüringen zeigt der Trend steil nach oben. Parallel dazu seien auch die Pachtpreise gestiegen, betont Martin Hirschmann vom Thüringer Bauernverband. Mussten hier Ende der 90er-Jahre noch etwa 94 Euro je Hektar gezahlt werden, seien es nun im Schnitt 270 Euro. Peter Pascher vom Bauernverband erläutert: „Bei den Preisen in Ostdeutschland sind zwar mitunter hohe Zunahmen zu verzeichnen. Man muss aber auch beachten, von welchem Niveau wir hier kommen. Wir sehen hier also auch einen klassischen Aufholprozess.“

Freilich liegen die Bodenpreise in den alten Bundesländern weit darüber, doch ist dort die Entwicklung weniger dynamisch. Experten warnen vor einer Überhitzung am Bodenmarkt und der Gefahr einer Preisblase mit drastischen Auswirkungen auf die Betriebe. „Die heutige Entwicklung auf dem Bodenmarkt lenkt erschreckend viel Kapital in Flächenzukäufe“, heißt es im Kritischen Agrarbericht 2013. Das Geld fehlt an anderen Stellen für Investitionen und hemmt die Betriebe, ihre Wertschöpfung je Hektar zu erhöhen. Den Angaben nach liegen sie hierin abgeschlagen hinter ihren westdeutschen Kollegen.

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  • seit 1983, quasi mit den ersten computern und handys leben wir im Romney-Zeitalter...und Dtl. macht fröhlich mit.

    http://www.huffingtonpost.com/2013/12/20/angry-chart_n_4480633.html

  • Schuld ist aber auch die (vermeintlich grüne) Politik selbst durch die Förderung von teils utopischen Biogasanlagen, welche die Flächen der konventionellen Landwirte teils zu Kampfpreisen wegkaufen/pachten und damit die Preise treiben.

  • ja, da fliesst es also auch hin, das billige FED/EZB Geld. Neben Aktien und Immobilien schönes Landgrabbing.

    Die Gelddynastien festigen nachhaltig ihre Monopolmacht.

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