Baufinanzierung
Die neue Freiheit des Häuslebauers

Früher musste man einen Millionenwechsel unterschreiben, um von einer Bank wie ein Gentleman behandelt zu werden. Heute reicht dazu im Prinzip schon ein Darlehensvertrag.

MÜNCHEN. Die selbstverständlich freundliche Beraterin der Citibank braucht in ihrem Glaskastenbüro nur eine Hand voll Daten, den Rest vollbringt der Computer. Binnen weniger Sekunden hat sie für ihren potenziellen Eigenheimbesitzer drei konkurrierende Angebote, das beste natürlich an erster Stelle, also ganz oben. Die Beraterin strahlt, der Kunde lächelt. Fast ist es, als sei Häuslebauen heute ein Kinderspiel.

Für einen Darlehensvertrag mit einem Nettokreditbetrag von 315 000 Euro bietet die Citibank einen Zinssatz von 4,67 Prozent; womit sich, befände man sich nicht am Standort München, ein hübsches Einfamilienhäuschen herrichten ließe. Nur noch ein paar Formalia und schon rattert der Vertrag aus dem Drucker.

Die große Überraschung folgt prompt: Oben rechts steht nicht etwa Citibank, dort prangt das Logo der Westdeutschen Immobilienbank. Die hat mit der Citibank rein gar nichts zu tun, sondern ist eine hundertprozentige Tochter der WestLB. Und sie ist das, was heutzutage „Kreditfabrik“ genannt wird: ein auf standardisierte Immobilienkredite spezialisiertes Institut, das seine Konditionen nach Marktlage binnen Minuten anzupassen in der Lage ist.

So ist sie, die neue Welt der Finanzdienstleister. Dem Kunden kommt es auf den Zinssatz an. Wer dahinter steht – sei’s drum. So hätte auf dem Darlehensvertrag der Citibank auch die Landesbank Saar, die DKB oder gar die Evangelische Darlehensgemeinschaft stehen können; oder 26 andere Namen von Kreditinstituten, die allesamt auf Immobilienfinanzierung spezialisiert sind und mit der Plattform, die die Citibank nutzt, verbunden sind. Eigene Eigenheimdarlehen bietet die Citibank schon lange nicht mehr an, sie tritt stattdessen als Vermittler auf und verdient an Provisionen.

Es erleichtert ihr die Arbeit erheblich, dass sie sich bei ihrer Beratungstätigkeit einer Internet-basierten Plattform bedienen kann, die „Financial Planet“ heißt. Kein Häuslebauer würde jetzt darauf kommen, dass dahinter wiederum eine 100-prozentige Tochter der Hypo-Vereinsbank (HVB) steht, die sich zu einem der führenden deutschen Dienstleister in der Immobilienfinanzierung gemausert hat. Ihr Name: Planet Home AG. Noch nicht veröffentlichten Zahlen zufolge hat diese ihren Umsatz in der Sparte Finanzierung im ersten Halbjahr um 44 Prozent auf 18,2 Mill. Euro gesteigert und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf drei Mill. Euro glatt verdoppelt.

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