Baufinanzierung
Immobilien: Für wen der Wohn-Riester lohnt

Seit vergangenem Jahr fördert der Staat den Erwerb von Immobilien. Doch die Nachfrage nach riestergeförderten Baudarlehen ist bisher verhalten. Das Produkt scheint kompliziert und nur knapp ein dutzend Anbieter vertreiben es. Häuslebauer sollten aber einen Abschluss erwägen. Das Sparpotenzial ist enorm.

DÜSSELDORF. Was ist das größte Geschenk, das eine Regierung einem Vertriebler machen kann? Die steuerliche Förderung eines Finanzprodukts. Seit Ende vergangenen Jahres protegiert die Bundesregierung nicht nur die Altersvorsorge, sondern auch den Immobilienerwerb. Wer ein Haus finanziert, kann mit Steuervorteilen und Zuschüssen rechnen. Der sogenannte "Wohnriester" sorgt für hektische Aktivitäten in den Vertriebsstäben der Banken, Bausparkassen, Versicherungen und Hypothekenvermittlern.

Für das vergangene Jahr rechnet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 40 000 verkauften Wohnriester-Verträgen. Einige große Bausparkassen berichten von großen Vertriebserfolgen und rechnen für 2009 mit 40 000 bis 50 000 Neuverträgen allein für ihr Unternehmen.

Eine aktuelle Analyse der auf den Finanzmarkt spezialisierten Managementberatung Investors Marketing dämpft aber die Hoffnung auf einen Run auf Riester-Darlehen: Nicht einmal jeder Dritte Immobilienkäufer möchte demnach in Zukunft Wohnriester nutzen. Oliver Mihm, Vorstandschef von Investors Marketing rechnet im laufenden Jahr bestenfalls mit 150 000 abgeschlossenen Wohnriester-Verträgen. "Maximal 35 Prozent davon entfallen auf die Wohnriester-Baufinanzierung, der überwiegende Teil von 65 Prozent auf Riester-Bausparen", sagt Mihm.

Derzeit bieten noch nicht alle Banken das Produkt an. Das Problem: Das Produkt ist hoch komplex und kaum ein Kunde kann die Vorteile dieser Kreditvariante abschätzen. Ein enormes Sparpotenzial bleibt deshalb ungenutzt. Für Handelsblatt.com rechnete der Baufinanzierungsspezialist Max Herbst von der FMH-Finanzberatung die Wirkung der Förderung auf die Kosten für Baudarlehen aus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Eine Familie mit einem Kind kann im Vergleich zu einem Standardkredit mit gleichem Zinssatz bis zu 17 000 Euro sparen, wenn sie die Riester-Variante nutzt. Die Faustregel für Riester-Darlehen lautet: Je höher die Kreditsumme und der persönliche Steuersatz und je mehr Kinder die Familie hat, desto größer fällt die nominale Ersparnis aus. Für eine Familie mit einem Kind summiert sich die jährliche Förderung bei einem Steuersatz von 40 Prozent auf 840 Euro, in vielen Fällen sogar auf 1 600 Euro.

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