Baufinanzierung

Sinneswandel bei Immokrediten

Ein seit wenigen Monaten gültiges Gesetz soll zu einem Einbruch bei Immobilienkrediten geführt haben. Obwohl es dafür keine überzeugenden Belege gibt, will Minister Heiko Maas noch einmal nachbessern.
3 Kommentare
Auch von den Sparkassen aus dem südlichen Bundesland komen Proteste gegen das neue Gesetz. Quelle: dpa
Wohnhäuser in Stuttgart

Auch von den Sparkassen aus dem südlichen Bundesland komen Proteste gegen das neue Gesetz.

(Foto: dpa)

BerlinAls die Empörung bei den Sparkassen hochkochte, warb der Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Ulrich Kelber (SPD), um Geduld. „Ich rate dazu, einmal tief zu atmen“, empfahl er Ende August in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Bereits wenige Monate, nachdem die sogenannte Wohnimmobilienkreditrichtlinie am 21. März 2016 in Kraft trat, soll das Immobiliengeschäft einen Dämpfer bekommen haben.

Insbesondere Familien und ältere Kreditnehmer hätten größere Schwierigkeiten, einen Immobilienkredit zu bekommen, klagten beispielsweise die Sparkassen. „Das ist wirklich Unsinn“, so Kelber. Die Bundesregierung habe einen Passus hineinverhandelt, dass die Kreditvergabe an ältere Menschen nicht erschwert werde.

In diesen Städten kauft der deutsche Geldadel
Platz 10: New York City
1 von 10

Die US-Metropole New York landet in dem Ranking der Online-Plattform „Luxuryestate.com“ auf Platz zehn der beliebtesten Standorte für Luxusimmobilien der Deutschen. Demnach gaben die Deutschen im ersten Halbjahr 2016 im Schnitt 26 Millionen Euro für eine Luxusimmobilie aus, ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Metropole am Hudson River ist die bevölkerungsreichste Stadt der Vereinigten Staaten und einer der bedeutendsten Wirtschafts- und Finanzplätze der Welt.

Platz 9: Marbella
2 von 10

Die spanische Großstadt Marbella an der Costa del Sol gilt als eine der Hochburgen des internationalen Jetsets. Sechs Prozent Zuwachs verzeichnete Marbella bei der Nachfrage an Luxusimmobilien durch deutsche Käufer. Zudem stieg die Zahlungsbereitschaft um 19 Prozent an. Seit der österreichisch-spanische Adlige Alfonso von Hohenlohe in den 1950er Jahren damit begann, die Stadt in den Kreisen der Reichen und Adligen zu vermarkten, erfreut sich Marbella stetig wachsender Beliebtheit als exklusive Feriendestination, auch bei den Deutschen.

Platz 8: Dubai
3 von 10

Die Stadt am Persischen Golf ist nach wie vor ein beliebter Anlageort für deutsche Immobilienkunden. In der Wüstenmetropole gaben die Deutschen im Schnitt 16 Prozent mehr Geld für Luxusimmobilien aus als noch im Vorjahr. Dubai ist Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, welches von Emir Muhammad bin Raschid al-Maktum beherrscht wird. Das Emirat ist Teil der Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate. Erdölvorkommen in der Region haben den Staat reich gemacht und ermöglichen die Bewirtschaftung der Wüstengegend.

Platz 7: Palma
4 von 10

Die Hauptstadt der spanischen Balearen-Insel Mallorca zählt laut „Luxuryestate.com“ ebenfalls zu den beliebtesten Städten für Luxusimmobilien bei den deutschen Kunden. Hier konnte bei der Nachfrage ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingefahren werden. Palma hat etwa 400.000 Einwohner und ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Mittelmeerinsel.

Platz 6: Saint-Tropez
5 von 10

as ehemalige Fischerdorf an der französischen Côte d'Azur ist schon seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts Treffpunkt des internationalen Jetsets. Prominente und Reiche geben sich die Klinke in die Hand und die Jachten, Luxussportwagen, Restaurants und Geschäfte ziehen, neben den ausgedehnten Stränden, jährlich tausende Touristen an. Das angenehme Mittelmeerklima und die Nähe zu Großstädten wie Marseille oder Nizza machen den Hafenort auch für Deutsche attraktiv, die auf der Suche nach Luxusimmobilien sind. Hier wurde im ersten Halbjahr 2016 die stärkste Budgetsteigerung erreicht. Die Käufer waren bereit, im Schnitt 8,7 Millionen Euro für eine Immobilie auszugeben. Das ist eine Steigerung um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 5: Rio de Janeiro
6 von 10

achDie brasilianische Metropole Rio de Janeiro erfreut sich nicht zuletzt infolge der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 zunehmend großer Beliebtheit. Die Nachfrage nach Immobilien im Luxussegment durch deutsche Käufer stieg im ersten Halbjahr 2016 um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Die weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie Zuckerhut, Christusstatue und Copacabana tragen zur Beliebtheit der Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole bei.

Platz 4: Ibiza
7 von 10

Die spanische Mittelmeerinsel Ibiza ist, genau wie ihre Nachbarinsel Mallorca, bei den deutschen Immobilienkäufern äußerst beliebt. Auf der Insel leben etwa 134.000 Einwohner, wichtigste Einnahmequelle ist der Tourismus. Während die Nachfrage der deutschen Luxusimmobilienkunden im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent anstieg, sank das durchschnittliche Budget um 26 Prozent auf 3,2 Millionen Euro.

Als die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern Mitte Oktober auf eine Gesetzesänderung pochten, brüstete sie Staatssekretär Thomas Lange mit ähnlichen Argumenten wie Kelber ab. Es gebe keine belastbaren Zahlen.

Nun scheint sich ein Sinneswandel im Verbraucherministerium vollzogen zu haben. „Es darf nicht sein, dass gerade ältere Bankkunden wegen dieser EU-Richtlinie eventuell nur noch schwer einen Kredit erhalten“, sagte Minister Maas der „Rheinischen Post“. Diese nicht erwünschte Wirkung gehöre „schnell abgeschafft“. Im Kern sollen mit dem Gesetz Verbraucher vor zu großen Risiken bei der Immobilienfinanzierung bewahrt und Banken vor potenziell faulen Krediten geschützt werden.

Maas Kehrtwende überrascht. Denn „empirische Daten, eine empirische Evaluation oder gesicherte Erkenntnisse über Kreditvergabe- und Ablehnungszahlen, auch nach Alterskohorten, liegen der Bundesregierung nicht vor“, heißt es in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine aktuelle Anfrage der Grünen. Die Kreditwirtschaft habe bislang keine entsprechenden Informationen vorgelegt.

Es fehle an klaren Beweisen, „dass die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie zu einem Rückgang der Kreditvergabe an bestimmte Bevölkerungsgruppen oder in gewissen Situationen geführt hat“, urteilt die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch. Es sei daher „erstaunlich, dass Heiko Maas ein erst wenige Wochen altes Gesetz schon wieder ändern will, ohne belastbare Zahlen zu haben“, kritisiert die grüne Politikerin.

Was die Vergabe von Immobilienkrediten angeht, gibt es „keinen Grund zum Jammern“, urteilt das Fachportal Kreditvergleich.net. Nach Recherchen des Portals stiegen die Immobilienkredite in Deutschland im zwei Quartal 2016 im Vorjahresvergleich um 6,1 Prozent. „Aus unserer Sicht gibt es wenig dringenden Handlungsbedarf“, so Projektleiter Marc Opitz.

Dass die Bundesregierung trotzdem tätig werden will, sieht für Maisch aus wie eine „Gesetzesänderung auf Zuruf“.

Startseite

3 Kommentare zu "Baufinanzierung: Sinneswandel bei Immokrediten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  •  Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%