Bausparkassen: Eine Branche am Pranger

Bausparkassen
Eine Branche am Pranger

Früher galt Bausparen als langweilig. Nach Enthüllungen über die Wüstenrot-Tricks bricht nun ein Sturm der Entrüstung über die Branche her. Ausgerechnet AWD-Gründer Maschmeyer wird zum Kronzeugen für den Verbraucher.
  • 43

DüsseldorfDie Fehlberatungen der Bausparkasse Wüstenrot empören die Kunden. Sie treffen aber auch auf heftige Kritik in Politik und Wirtschaft. Verbraucherministerin Ilse Aigner warnte gegenüber dem Handelsblatt vor Übervorteilung der Kunden. Die Chefin der Finanzaufsicht (Bafin), Elke König, stellte fest, Umdeckungen störten das Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Kunden. Und der Gründer des Finanzvertriebs AWD, Carsten Maschmeyer, forderte schärfere Gesetze.

Die drittgrößte deutsche Bausparkasse Wüstenrot, die zur Wüstenrot & Württembergische Gruppe gehört, hatte Kunden von hoch verzinsten Verträgen in schlechtere gelockt. Gleichzeitig versprach sie jedem Vermittler bis zu 1300 Euro und mehr Provision pro Umdeckung.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sagte: „Ich erwarte, dass Vertragspartner fair miteinander umgehen." Die Fairness werde verletzt, wenn ein Vertragspartner das Vertrauen des anderen ausnutze, um diesen zu finanziell nachteiligen Entscheidungen zu bewegen, die dem eigenen Vorteil dienten. „Bei jeder Vertragsumwandlung ist Vorsicht geboten. Wer die finanziellen Konsequenzen nicht abschätzen kann, sollte unabhängigen Rat in Anspruch nehmen“, forderte Aigner die Kunden vor Abschluss eines neuen Vertrages auf.

Auch die Präsidentin der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, Elke König, kritisiert provisionsgetriebene Umdeckungs-Praktiken von Versicherern und Bausparkassen. „Wenn ein Versicherer einen Kunden dazu überredet, einen Vertrag aufzulösen, um einen neuen, für den Kunden weniger günstigen Vertrag bei ihm abzuschließen, ist das ein Problem – nicht nur für die Reputation des Unternehmens“, sagte König im Interview mit dem Handelsblatt.

Ein solches Verhalten sei mit geltenden Beratungspflichten kaum in Einklang zu bringen und berge daher ein hohes Schadensersatzrisiko, sagte König. „Dass dadurch das Vertrauensverhältnis von Versicherern und Versicherungsnehmern gestört wird, versteht sich von selbst.“ König zufolge handelt es sich dabei um „bedauerliche und ärgerliche Einzelfälle“.

Kommentare zu " Bausparkassen: Eine Branche am Pranger"

Alle Kommentare
  • Massen-Party geht weiter. Habe heute Schreiben ohne konkretes Datum bekommen: "Zu Ihrem Bausparvertrag gibt es dringenden Gesprächsbedarf".
    Keine Bauspar-Nummer! Keine Unterschrift!
    Also Massen-"Drucksache"!
    Aktion "Kampf um Gold" vom Großen Alexander läuft planmäßig weiter!
    Wie hieß der Laden früher: Gesellschaft der Freunde Wüstenrot - die war so honorig, denen konnte man eine Blanko-Unterschrift geben. Heute lieber gar keine Unterschrift.
    Kassandra - geläutert

  • falsche rechtschreibung ist immer noch besser als eine rechtsschreibung
    der sinn macht die musik
    schreiberei im obdachlosenblatt braucht andere themen
    usw...usw...usw

  • Von Wüstenrot hätte ich Seriösität erwartet. Aber Sie Reihen sich in die Reihe der schwarzen Schafe ein. Es geht nicht um die Kunden, sie sind nur die Bauern auf dem Schachbrett. Es geht um Macht,Profit und hervorragende Kennzahlen. Ein ähnliches "Betrügererlebnis" hatte ich mit der VPV-Versicherung. Eigentlich müsste man Roß und Reiter nennen, um andere Kunden vor diesen Individien zu warnen.

  • Na nun aber Mal ein wenig Respekt bitte. Schließlich steht über dem gesamten Konzern und als "heimlicher Herrscher im Hintergrund" die über jeden Zweifel erhabene Wüstenrot-Stiftung! Ja, wie soll denn bitte eine so anerkannte, eingetragene Stiftung jemals etwas Schlechtes oder gar Ungesetzliches dulden? Nein, völlig unvorstellbar! Immerhin ist eine solche Stiftung doch per Gesetz zum Allgemeinwohl verpflichtet, oder? Na also. Und das bisschen Rumgepimpere mit Prostituierten im Rahmen eines Incentives, na, ja. Und die bisherigen Verurteilungen wegen fasch berechneter Gebühren - natürlich alles nur ein Versehen! Ganz genau so wie die jetzt lediglich falsch verstandene Aktion. Selbstverständlich würde eine solche Stiftung auch nie im Leben die Zwangsvesteigerung von unverschuldet in Not geratenen Kunden betreiben, oder? Nein, eine solch angesehene Gesellschaft würde ganz bestimmt einem erwerbsunfähigen und behinderten Menschen die helfende Hand reichen. [Ironie aus] träumt weiter...
    Ein Geschädigter

  • Wenn alle (u.a. mehrfach!) übersparten Verträge gekündigten werden, würde die "Spargemeinschaft" gleichermaßen getroffen. nicht schön, aber ok.

    Was aber, wenn Verträge von Mitarbeitern-, Vorständen-, Angehörigen und sonstige sensiblen Untergruppen vor der Kündigung aus dem zu bearbeitenden Bestand gefiltert werden...
    Wäre ein Filtern rechtens? Immerhin wäre die Spargemeinschaft dann ungleich.

    Schaut einer drauf oder wieder alle weg?

  • Hätte nicht gedacht, daß ich hier etwas positives über meinen Wüstenrot-Berater berichten würde. Ich hatte eigentlich einen eher schlechten Eindruck, und er wollte mir auch noch ein Riester-Produkt andrehen (Ich hasse es eigentlich sowas "Produkt" zu nennen), aber zum alten Vertrag riet er mir ausdrücklich den Vertrag zu halten, auch über die 7 Jahre hinaus, wenn ich das Geld nicht unbedingt brauche. Oder es war Taktik, um mich dazu zu bringen das Riester-Bausparen abzuschließen, was ich nicht tat.

  • @Petro

    Wie immer hat Ihr KoOmmentar auch einen durchaus weisen Kern.

    Allerdings sind hier weniger Betrogene verteten als Betrügende.

    Strukkies und sonstige Finanzjongleure die ohne Aus und Bildung gerne das größte Stück vom Kuchen für sich haben möchten.

    Und Bildungsdifferenzen haben nichtzwingend mit rustikaler Ausdrucksweise zu tun.

    Was hier viel vertreten ist, ist schlichtweg der Typ Mensch, männlich, der in der Anonymität des Netzes unsachlich pöbelt, gerne oft und mehrfach täglich, sowohl mit diversen anonymen Profilen als auch dem einen oder anderen registrierten, den man aber spätestens nach dem 5. oder 6. Beitrag an Ausdruck, Bildungsstand und Schriftbild wiedererkennt.

    Nicht wahr Mister Setzen 6.

    Und der eine mag ihn Troll nennen, ich würde manchmal sogar Mob oder Pöbel treffender finden, aber sei´s drum.

    Fachlich haben derartige Gestalten überhaupt nichts beizutragen.

    Zeigen Sie doch im Ergebnis nu die Unfähigkeit der Redakteure und deren Engagement mit derartigem umzugehen.
    ______________________________
    Ihr Verswicherungsmaklerbureau



  • ... und ergänzend ein dreifach HOCH auf die Deutsche Rechtschreibung!

  • Volle Zustimmung, das Provisionssystem gehört schon lange reformiert. Aber, die aktuelle Problematik hat eine andere Ursache. Festverzinsliche Zinsen, ob bei Bank, Versicherung oder Bausparkasse, sind davon abhängig, was der Staat für seine Anleihen zahlt. Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen sinken seit 12 Jahren permanent. Die Bausparkassen haben die gleichen Probleme, wie die Lebensversicherer. Sie können mit den aktuell niedrigen Zinsen ihre Versprechen nicht halten. Wenn man in einen Trichter oben nichts einfüllt, kommt unten nichts raus. Die Lebensversicherer und die Bausparkassen müssen tricksen und manipulieren um in diesem Zinsumfeld zu überleben. Wenn man den Kunden die Wahrheit sagen würde, wollte keiner mehr eine Kapitalversicherung und auch keinen Bausparvertrag. Entschieden wird es also bei den Vertriebsleuten. Die einen haben Gewissensbisse und übervorteilen ihre Kunden weil sie sonst keinen Arbeitsplatz mehr haben. Die anderen sind skrupellos und geben jetzt erst richtig Gas, denn Geld stinkt nicht. Die ehrlichen Vermittler bleiben auf der Strecke. Ändern könnte das nur der Staat. Aber, der hat zu viele Schulden um höhere Zinsen auf Staatsanleihen zu zahlen. Wir befinden uns im Teufelskreis !!!

  • Liebe Handelsblatt-Online-Redaktion,
    schlage vor Journalismus hält sich an das, was in der Einleitung über Trolle steht.
    Betrogene Menschen die eine andere Bildung genossen haben drücken sich in der Regel rustikal grob aus.
    Mangelnder Wortschatz, unbeschreibliche Wut und die Erkenntnis keinerlei Gehör zu finden, selbst bei gröbsten Verstößen ihrer Berater der Finanzwirtschaft keinerlei Aussicht auf Gerechtigkeit zu finden, lässt nun mal keine andere Sprache zu.
    Wenn solche Menschen dann als Trolle bezeichnet werden und das Klagen über Ungerechtigkeiten durch Löschung verhindert wird bezeichne ich die ausführenden Journalisten laut und deutlich als die wahren TROLLE.
    Petro Hecht

Serviceangebote