Bautätigkeiten
Osteuropa boomt

Die Bauwut in Osteuropa kennt keine Grenzen. Neue Großprojekte entstehen gerade in Bratislava, Bukarest, Sofia und Moskau.
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Sean Mulryan zieht an einem warmen Septemberabend in Bratislava alle Register: Begleitet von Tänzerinnen in glitzernden Kostümen und einer spektakulären Lasershow lässt der Chef der irischen Immobiliengruppe Ballymore Properties den Grundstein für das neue Geschäftszentrum Eurovea am Drahtseil eines Krans einschweben.

Ballymore hat sich mit Bauten im Londoner Bürodistrikt Canary Wharf einen Namen in der internationalen Immobilienbranche gemacht. Nun bauen die Iren in Bratislava. Die Bewohner der slowakischen Hauptstadt werden ihre Donau-Promenade bald kaum wiedererkennen. Am Flussufer entsteht ein neuer Boulevard mit Büros, Einkaufsgalerien, Luxuswohnungen, einem neuen Nationaltheater und Anlegebrücken für die Shuttle-Schiffe nach Wien. Als erste Mieter in Ballymores 266-Millionen-Euro-Projekt werden der Kaufhaus-Konzern Marks & Spencer und die Hotelkette Sheraton einziehen.

Das nur 60 Kilometer von Wien entfernte Bratislava ist eine der neuen Großbaustellen im europäischen Immobiliengeschäft. Bis 2010 rechnet die mit rund 400 000 Einwohnern vergleichsweise kleine Stadt allein mit privaten Bauinvestitionen von 1,2 Milliarden Euro. Das schnelle Wachstum der Volkswirtschaften und ihr großer Nachholbedarf an hochklassigen Gewerbeimmobilien lassen die Branche in Osteuropa aufblühen. Nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers floss 2005 eine Rekordsumme von 5,8 Milliarden Euro in die Bauprojekte der Region, der größte Teil davon in Büroimmobilien.

Der Superlativ könnte schon bald Geschichte sein, denn die Bauwut hält an: Die Immobilien-Beratungsgesellschaft CB Richard Ellis hat für die erste Hälfte dieses Jahres einen Zuwachs von 15 Prozent auf insgesamt 15 Millionen Quadratmeter Bürofläche ermittelt. Bis Jahresende sollen es 17 Millionen sein. Zogen bisher vor allem die Metropolen Prag, Budapest und Warschau Immobilien-Kapital an, wird nun auch an bisher weniger umworbenen Standorten investiert.

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