Bedeutende Käufergruppe
Israelis kaufen deutsche Immobilien

Bei den grenzüberschreitenden Investitionen in gewerbliche Immobilen führen in Deutschland Investoren aus zwei Nationen die Liste der aktivsten Marktteilnehmer an: Großbritannien und Israel. Während die Briten in Deutschland schon traditionell zu den bedeutenden Käufergruppen gehören, sind die Israelis erst seit einigen Jahren mit an der Spitze.

TEL AVIV. Sie zeichnen für 15 bis 25 Prozent der internationalen Investitionen in Deutschlands Gewerbeimmobilienmarkt verantwortlich, schätzt Rechtsanwalt Reinhard Bartholomäi von der internationalen Kanzlei Taylor Wessing. Allein im vergangenen Jahr engagierten sich israelische Firmen mit rund einer Mrd. Euro. Seit Januar sind mehrere hundert Mill. Euro hinzugekommen.

Die Nummer Eins unter den Israelis am deutschen Immobilienmarkt ist die in Haifa beheimatete Summit Real Estate Holdings. Sie allein hat in den vergangenen drei Jahren mehr als eine Mrd. Euro in Deutschland investiert. „Die Angebote aus Deutschland sind wegen der Kreditkrise derzeit sehr groß“, meint Summit-Chef Zohar Levy, „und wir können sehr wählerisch sein“. Levy führt die an der Tel Aviver Börse gehandelte Summit in Zusammenarbeit mit der Clal Insurance Company, der größten israelischen Versicherung. Die beiden entschieden sich bereits vor drei Jahren, die Marktschwäche in Deutschland zu nutzen und in Immobilien zu investieren. Interessiert ist man vor allem an Büro-, Industrie- und Logistikobjekten.

Levy ist nicht der einzige Israeli, der in Deutschland aktiv ist. Im Sommer hat auch Igal Ahouvi mehrere hundert Mill. Euro in deutsche Immobilien gesteckt. So kaufte er mit dem Orion-Portfolio zum Preis von 250 Mill. Euro vier Grundstücke für Büro-Neubauten in Bonn, Münster und Darmstadt. Künftiger Nutzer werden Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG sein, die die Gebäude im Rahmen einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion zurückmieten.

Israelische Investoren setzen in Europa gerne auf langfristige Mietverträge und finanzieren die Investition mit einem hohen Fremdkapitalanteil von bis zu 95 Prozent, sagt ein Banker, der einige Deals begleitet hat. Für beides sei Deutschland mit seinen stabilen Verhältnissen bestens geeignet, um den nötigen Cashflow zu generieren. „Die Miete spielt nach zwei bis drei Jahren das eingesetzte Eigenkapital wieder herein“, meint der Finanzmann. Dabei verstehen sich israelische Investoren als Avantgarde der globalisierten Immobilienwelt: Oft nähmen sie eine „Vorreiterrolle für internationale Investoren“ ein, meint ein Experte. „Sie bringen eine neue Dynamik in die Märkte und betrachten Immobilien nicht in erster Linie als Alterssicherung, sondern unter professionellen Anlegergesichtspunkten“, sagt auch Jurist Bartholomäi.

So war Igal Ahouvi einer der ersten Israelis, der in Europa im großen Stil in Immobilien investierte. Seinen Jungfern-Deal unterschrieb der ehemalige Buchhalter vor zwanzig Jahren in Northampton, wo er für umgerechnet rund 2,5 Mill. Euro der Regierung eine Immobilie abkaufte. Seither ist einiges hinzugekommen. Ein Ahouvi-Berater schätzt allein das deutsche Portfolio Ahouvis auf 2,5 Mrd. Euro. Weltweit wacht Ahouvi über ein Immobilienimperium von rund sieben Mrd. Euro.

Seite 1:

Israelis kaufen deutsche Immobilien

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%