Beherrschungsvertrag
Deutsche Wohnen peilt Wachstum an

Die Deutsche Wohnen AG (DW) will ihr Geschäft mit dem An- und Verkauf von kleineren Wohnungsportfolios stark ausbauen. "Wir wollen in den nächsten Jahren über 300 Mill. Euro investieren", sagte Vorstandschef Andreas Lehner. Finanzieren könne er Akquisitionen "aus dem Stand" durch eine Kapitalerhöhung und die Aufnahme von mehr Fremdkapital.

HB DÜSSELDORF. Die Eigenkapitalquote beträgt 40 Prozent. Damit gilt das Unternehmen als überkapitalisiert. Nach dem Verkauf der Viterra an Finanzinvestoren gilt die DW mit 22 000 eigenen Wohnungen als größter an der Börse notierter deutscher Wohnungskonzern. 2005 stieg der Gewinn vor Steuern um zwölf Prozent auf 23,9 Mill. Euro. Verkauft wurden 1 177 Wohnungen gegenüber 1 338 im Vorjahr.

Doch wird die Vorwärtsstrategie noch durch einen Beherrschungsvertrag mit der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate behindert. DW laufe wie ein zahnloser Tiger über den Markt, sagte Lehner. Zwar werde mit einigen Gebietskörperschaften und anderen möglichen Wohnungsverkäufern gesprochen, doch werde die Handlungsfreiheit des Konzerns durch den Beherrschungsvertrag eingeschränkt. Die Auflösung des Vertrags, dem 75 Prozent der Aktionäre zustimmen müssen, soll daher auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 23. März beschlossen werden.

Stefan Goronczy, Analyst der HSH Nordbank, begrüßt den Wegfall des Beherrschungsvertrags als wichtigen Schritt hin zu einer Wachstumsstory. Dadurch werde der Konzern für große Anleger interessanter. DW gilt sogar als M-Dax-Kandidat.

Lehner ist sicher, dass er die Zustimmung der Aktionäre erhält, obwohl die DB Real Estate einen Verzicht der Aktionäre auf ein vereinbartes Andienungsrecht verlangt, das 2 009 ausgeübt werden kann. Denn der Aktienkurs der DW liegt bei 220 Euro, der Andienungspreis 2 009 bei 110 Euro je Aktie. Der Konzern zählt 2 500 Aktionäre. 80 Prozent der Aktien werden von rund 180 institutionellen Anlegern gehalten. agr

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