Beratungsgesellschaften
Berater mieten viel Fläche pro Person

Nicht nur in Deutschland gehören Anwaltskanzleien zu den aktivsten Kunden auf dem Markt für Büroflächen. Das internationale Beratungsunternehmen Cushman & Wakefield Healey & Baker (CWHB) ermittelte, dass Kanzleien in den 15 wichtigsten europäischen Metropolen allein im ersten Halbjahr 2005 mehr als 135 000 Quadratmeter (qm) Fläche anmieteten.

KÖLN. "Das sind fünf Prozent des gesamten europäischen Bürovermietungsvolumens in diesem Zeitraum und 21 000 qm mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres", sagt CWHB-Marktforscherin Inga Schwarz.

Drei Viertel der angemieteten Fläche entfielen auf nur vier Städte: London, Paris, Frankfurt und Amsterdam. So mietete sich der US-amerikanische Global Player Clifford Chance auf 13 000 qm an der vornehmen Place Vendôme in Paris ein und sorgte damit für den europaweit größten Kanzleien-Deal. Nur 800 qm weniger mietete Freshfields Bruckhaus Deringer im DZ Hochhaus in der Bockenheimer Anlage in Frankfurt.

Vor allem die deutsche Mainmetropole profitierte von der starken Nachfrage: Beratungsgesellschaften nahmen hier im Jahr 2005 etwa 16 Prozent aller neu vermieteten Flächen ab und erreichen damit fast das Niveau von Banken und Finanzdienstleistern, traditionell die stärkste Mietergruppe am Main. Auch in München, so der aktuelle Marktbericht des Immobilienvermittlers Atisreal, liegt der Anteil der Beratungsunternehmen über der Zehn-Prozent-Marke (siehe Grafik). Und selbst in Köln, wo im Vergleich zur Landeshauptstadt Düsseldorf große Wirtschaftskanzleien und -prüfungsgesellschaften eher unterrepräsentiert sind, stieg ihr Anteil an der insgesamt vermieteten Fläche im vergangenen Jahr auf fast zehn Prozent. "Dieser Marktanteil sollte auch auf Dauer zu halten sein", glaubt Knut Kirchhoff, Bürovermietungsexperte in der Kölner Atisreal-Niederlassung.

Denn anders als die meisten Unternehmen nutzt die Beratungsbranche die derzeit günstige Angebots- und Mietsituation auf den europäischen Büromärkten nicht allein zur Optimierung von Flächen und Kosten. "Ihre Nachfrage ist expansionsgetrieben", sagt Carsten Ape, Leiter Bürovermietung bei CB Richard El-lis (CBRE) in Frankfurt. Zudem stellen die zumeist partnerschaftlich organisierten Sozietäten andere Anforderungen an Raumgrößen und Raumprogramm: Gefragt sind Einzel- oder Doppelbüros, mehrere, unterschiedlich große Konferenzräume sowie Platz für die obligatorische Bibliothek. "Dadurch ergibt sich ein großzügigeres Verhältnis von Fläche zu Arbeitsplatz als in Gebäuden mit Großraumstrukturen", sagt Atisreal-Berater Kirchhoff. Auch die international tätigen Sozietäten berücksichtigen dabei lokale Eigenarten: "Die jeweiligen Partner am Ort entscheiden", sagt Ape - ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Branchen, wo über die Büroanmietung in Frankfurt oder München am Ende in London oder New York entschieden werde. wik

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