Berichte der Immobilienberater
Der boomende Investmentmarkt kühlt sich ab

Mit Spannung werden in diesen Tagen die alljährlichen Berichte der Immobilienberater zum Geschehen auf den deutschen Gewerbeimmobilienmärkten erwartet. Zurecht, denn an den Ergebnissen des vierten Quartals lassen sich erstmals die Auswirkungen der Kreditkrise auf das Investitionsverhalten sowie die Nachfrage nach Büroflächen ablesen.

DÜSSELDORF. Bereits vor Jahresultimo legte das internationale Beratungsunternehmen Jones Lang Lasalle (JLL) seinen vorläufigen Marktbericht vor. Wichtigste Erkenntnis laut Helge Scheunemann, Leiter der deutschen Research-Abteilung: „Die traditionelle Jahresendrally auf dem Investmentmarkt ist diesmal ausgeblieben.“ Zwar übertrifft das Investitionsvolumen auf dem gewerblichen Immobilienmarkt mit rund 54 Mrd. Euro noch einmal das bereits sehr gute Vorjahresergebnis von 50 Mrd. Euro. Davon aber entfallen gerade einmal 18 Prozent auf das letzte Vierteljahr 2007. „In diesem Jahr ist das vierte Quartal damit ganz gegen die Tradition das umsatzschwächste“, sagt Scheunemann. Offenbar hat die restriktive Kreditvergabe der Banken, die durchweg mehr Eigenkapital verlangen und Geld zudem teurer verleihen, die Kauflust der Anleger gebremst.

Gefragt waren allerdings – wie schon 2006 – ganze Immobilienpakete: Allein 34 Mrd. Euro entfielen auf sogenannte Portfoliotransaktionen. Allerdings: Der Anteil großvolumiger Pakete zu Preisen von mehr als 600 Mill. Euro verringerte sich von 54 Prozent im Jahr 2006 auf 44 Prozent. Auch dies wertet man bei JLL als direkte Folge der Verwerfungen auf dem Kreditmarkt. Scheunemann: „Eigenkapitalorientierte Anleger gewinnen an Bedeutung, und sie bevorzugen offenbar kleinere Pakete.“

Die Richtung für das neue Jahr ist damit vorgegeben. „2008 werden die Geldumsätze geringer ausfallen“, sagt Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien in Düsseldorf. „Gleichwohl bleibt das Interesse am deutschen Investmentmarkt hoch.“

Auch JLL-Deutschland-Chef Christian Ulbrich rechnet nicht damit, dass die nachlassende Investitionstätigkeit von Dauer ist: Nach wie vor sei ausreichend Kapital vorhanden, das nach ertragskräftigen deutschen Immobilienbeständen suche. Daneben sorge der schwache Dollar für Vermögensumschichtungen zugunsten des EuroRaums: „Deutschland, dessen konjunkturelle Erholung später gestartet ist als die anderer EU-Länder, wird davon in besonderem Maße profitieren“, sagt Ulbrich.

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