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12.07.2007 
Kritik an Planungen für neuen Wohn- und Bürostandort

Berlin blickt auf die Spree

von Sandra Middendorf

Noch gibt es in Berlin Lücken – Spätfolgen der Teilung. Doch die Lücken füllen sich. Unter dem Namen "Kreuzberg an die Spree – Stadt an die Spree" zum Beispiel soll an dem Fluss ein Büro- und Wohnstandort entstehen. Doch die Planungen für einen neuen Wohn- und Bürostandort in Kreuzbergs Uferlage stoßen auf Kritik.

HB BERLIN. Einige Biergärten in Berlin haben seltsame Namen. Das Kiki Blofeld zum Beispiel direkt an der Spree in Berlin Kreuzberg. In dem kleinen Biergarten ist es ruhig, keine Straße, kein Schild weisen auf die Idylle hin. Nur Eingeweihte wissen, dass sie links neben dem Haus in der Köpenicker Straße 48/49 einbiegen müssen. Touristen sehen den kleinen Rasenplatz und die provisorische Holzterrasse nur vom Wasser aus, wenn sie mit einem der Ausflugsboote langsam über die Spree schippern. Einen Uferweg gibt es nicht, der zum Kiki Blofeld führt. Diese Seite der Spree ist zerklüftet – drei Kilometer vom Berliner Alexanderplatz entfernt reihen sich Lager- und Logistikflächen aneinander. Spätfolgen der Teilung Berlins. Kiki Blofeld liegt im ehemaligen Grenzgebiet. Und das lag 17 Jahre brach.


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Damit soll es bald vorbei sein. Die Stadt hat eifrig Pläne geschmiedet. Unter dem Namen "Kreuzberg an die Spree – Stadt an die Spree" soll an dem Fluss ein Büro- und Wohnstandort entstehen. "Irgendwann wird das hier wie in London oder Düsseldorf werden", hofft Petra Roland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die großen Betriebe mit ihren Produktionshallen und Lagerflächen sollen ihren Standort zu Gunsten kleinerer Büros räumen, ein durchgängiger Weg soll das Spreeufer zugänglich machen, und zwei neue Brücken sollen beide Seiten des Flusses verbinden. "Mit zehn bis zwölf Millionen Euro aus Mitteln des von der Bundesregierung beschlossenen Stadtumbaus West könnten Gesamtinvestitionen von bis zu 350 Millionen Euro angestoßen werden", sagt Carl Herwarth vom Architektenbüro Herwarth + Holz, das eine Machbarkeitsstudie durchgeführt hat.

Die Ausmaße der ehrgeizigen Pläne können die Kreuzberger nur erahnen, zum Beispiel, wenn sie, die Sonne im Nacken, auf die Spree blicken. Drüben, am anderen Ufer, hat die Erschließung längst begonnen. Vor wenigen Jahren ebenfalls noch ein Kleinod in der großen Stadt, haben sich auf der Friedrichshainer Seite Unternehmen wie Universal, MTV, BASF, die Berliner Stadtreinigungsbetriebe oder das Modezentrum Labels Berlin angesiedelt. Und im kommenden Jahr soll die 138 Meter breite und 160 Meter lange O2-Multifunktionsarena gleich neben dem Ostbahnhof fertig sein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Anwohnern ein Dorn im Auge

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