Immobilien
Beschenkte tappen leicht in Steuerfallen

Wenn eine Fabrik vor dem Erbfall an andere übertragen werden soll, wird es kompliziert. Denn falls die Beschenkten den Betrieb nicht fortführten, sind die stillen Reserven der Firma zwingend aufzudecken. Marcus Hornig, Steuerberater in Dormagen, erläutert: „Dabei kommt es zur Versteuerung des Entnahmegewinns.“

HB/kbs DÜSSELDORF. Zwar gibt es einen besonderen Freibetrag bei der Übertragung von Betriebsvermögen – doch der werde nur dann angerechnet, wenn das Grundstück einen ganzen Betrieb oder einen Teilbetrieb darstellt, gibt Hornig zu bedenken. Der Freibetrag für Betriebsvermögen entfällt auch, wenn zwar ein Teilbetrieb übertragen wurde, der Beschenkte die Immobilie aber innerhalb der so genannten Behaltefrist von fünf Jahren veräußert

Doch Hornig weiß für den typischen Fall, dass der Vater seine Kinder beschenkt, Rat. Das Modell: Der Vater bringt dann sein Einzelunternehmen in eine neu zu gründende Personengesellschaft ein. Das Kind macht eine Sacheinlage oder bekommt Anteile an dieser Gesellschaft geschenkt. Doch dabei steckt die Tücke im Detail, so dass Hornig rät, die Einzelheiten auf jeden Fall mit einem Steuerberater zu besprechen. Denn die Schenkung wirkt auch auf andere Steuerarten.

Derweil macht sich der Münchener Notar Oliver Vossius schon einmal Gedanken über die künftige Regelung der Übertragung von Betrieben. Vernünftig wäre es, die Vorteile für Betriebsvermögen abzuschaffen aber die Erbschaftsteuer auf zehn Jahre zu stunden und zu erlassen, wenn die Arbeitsplätze des Betriebes erhalten werden. Die Grundstücke könnten seiner Meinung nach mit dem Verkehrswert – z.B. angelehnt an Bodenricht- oder Brandversicherungszeitwert – erfasst werden. Auf der anderen Seite könnten die Freibeträge angehoben werden, meint Vossius.

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