Betrugsverdacht
Polizei durchsucht Immofinanz

Der Skandal um die österreichische Immobiliengruppe Immofinanz hat am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten gestern die Geschäftsräume des Wiener Unternehmens.

WIEN. Zusammen mit ihrer Tochter Immoeast gehört die Gruppe zu den größten Immobilienentwicklern in Osteuropa. Aufgrund der Kredit- und Finanzkrise ist das Unternehmen in eine Schieflage geraten. Der frühere Immofinanz-Vorstand wird der Untreue, des Betrugs und der Bilanzfälschung verdächtigt.

Wiener Staatsanwaltschaft und das betroffene Unternehmen bestätigten gestern die Durchsuchungen. Der frühere Unternehmenschef Karl Petrikovics soll ein undurchsichtiges Konzerngeflecht zusammen mit der Wiener Constantia Privatbank aufgebaut haben, in dem das Geld der Immofinanz-Aktionäre versickert ist. Die Bank stand schon kurz vor dem Zusammenbruch und konnte nur durch Garantien des österreichischen Staates gerettet werden.

Das neue Immofinanz-Management um Vorstandschef Thomas Kleibl macht unmittelbar seinen Vorgänger für die undurchsichtigen Zahlungen verantwortlich, bei denen dreistellige Millionenbeträge verschwunden sind. Petrikovics bestreitet die Vorwürfe. Auch die österreichische Finanzaufsicht FMA untersucht den Fall. Auslöser des Verdachts auf Bilanzfälschung ist das ungeklärte Verschwinden von 520 Mio. Euro aus einer Kapitalerhöhung der Immoeast.

An der Börse haben die Immofinanz-Werte fast jedes Vertrauen der Anleger verloren. Nach Höchstständen von 15 Euro werden die Papiere heute für rund 50 Cent an der Wiener Börse gehandelt.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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