Bevölkerungsrückgang zwingt Investoren, die Perspektiven der Standorte genau zu prüfen
Altersgerechte Immobilien bringen Profit

Was knapp wird, wird teuer. Wer als Immobilieninvestor diese banale Weisheit in klingende Münze verwandeln will, muss allerdings weit vorausschauen. Denn heute gekaufter Grund und Boden wird künftig nur noch da knapp und teuer sein, wo es Arbeit gibt. In den Gebieten, in denen eine von Dienstleistungen geprägte Wirtschaft wie die deutsche wächst, wird mehr Bürofläche benötigt.

HB DÜSSELDORF. Dort steigert der Zuzug von Arbeitskräften die Wohnraumnachfrage. Und weil Nahrung und Kleidung genauso wie Wohnen zu den Grundbedürfnissen gehören, werden dort auch Ladenflächen gesucht. Daraus wird landläufig abgeleitet: Deutschlands Norden und Osten entvölkern sich. Die Zukunft liegt vor allem im Süden und im Westen entlang des Rheins.

Die parallele Entwicklung: In Deutschland schrumpft und altert die Bevölkerung, was die vom Wegzug betroffenen Gebiete noch einmal trifft. Denn es sind die Jungen, die am ehesten ihren Lebensmittelpunkt wechseln.

Immobilien suchen, finden und anbieten - Der Immobilien-Marktplatz bei Handelsblatt.com

Doch daraus abzuleiten, es genüge, in prosperierenden Städten oder Landkreisen Immobilien zu bauen oder zu kaufen, um Geld zu verdienen, wäre zu einfach: Der Zukunftsatlas des Marktforschungsinstituts Prognos attestiert dem Landkreis Nordwestmecklenburg, der die Ostseehafenstadt Wismar umschließt, Zukunftsrisiken, geht aber gleichzeitig von einer dort bis zum Jahr 2020 zwischen 15 und 20 Prozent wachsenden Bevölkerung aus. Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart haben den Prognos-Analysten zufolge „sehr hohe Zukunftschancen“, doch die Bevölkerung wird in diesen Städten abnehmen. Und obwohl München zu den wenigen Städten mit „Top-Zukunftschancen“ gehört, wird dort ein Bevölkerungszuwachs von nur maximal fünf Prozent erwartet.

Der Grund für diese auf den ersten Blick widersprüchlichen Ergebnisse: Die großen Binnenwanderungswege werden vielfach von kleinen, regionalen überlagert. Einer der Wege ist der von der Stadt ins Umland. Eine Umfrage der Zeitschrift „Das Haus“ hat gerade ergeben, dass zwei Drittel der Befragten den Vorort als optimale Wohngegend erachten. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer genügt das „städtische Flair“ einer kleinen Gemeinde. Doch der Trend aus den Städten in die angrenzenden Landkreise, der dazu führt, dass aktuell in den meisten der 440 Landkreise Deutschlands die Bevölkerung wächst, wird sich umkehren. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) geht nun davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren die Bevölkerung in 252 Kreisen schrumpfen wird.

Eine Studie des F.A.Z.-Instituts kommt zu dem Schluss: „Die Menschen ziehen eher von Stadt zu Stadt, als von der Stadt auf das Land.“ Wilhelm Gehrke, Sprecher der Geschäftsführung der Nord/LB-Tochter Nileg Immobilien Holding GmbH in Hannover bringt die Konsequenz für Investoren aus der Trendumkehr am Beispiel der niedersächsischen Hauptstadt auf den Punkt: „Reiheneigenheime zwanzig Kilometer außerhalb Hannovers zu bauen – das geht nicht mehr.“ Inzwischen tun viele Städte etwas dafür, Menschen in der Stadt zu halten, etwa in dem sie Industriebrachen für eine Wohnbebauung freigeben. Die Nileg, die rund 30 000 Wohnungen bewirtschaftet, entwickelt gegenwärtig ein früheres Gelände des Keksherstellers Bahlsen in Hannover für eine Wohnbebauung.

Seite 1:

Altersgerechte Immobilien bringen Profit

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%