Blockhäuser
Zurück zu den Wurzeln

Statt mit Beton und Steinen, Kunststoff und zähem Dämmplattenkleber arbeiten sie mit Holz. Mit den traditionellen Werkzeugen Axt, Säge, Handbohrer und Ziehmesser lehren schwedische Zimmermänner eine Kunst, die heutzutage nur noch Wenige beherrschen – den Bau von Blockhäusern.
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GRÄNSFORS. Sollarzellen auf dem Dach, Wärmepumpe im Keller und Erdwärmebohrungen im Garten, alles verbunden mit viel Elektronik, dazu dicke Dämmplatten von der First bis zur Kellersohle. So sieht Eigenheimbau heute vielfach aus.

Nicht für das Dutzend Heimwerker aus England, Deutschland und Schweden, dass zu Zimmermann Olaf Jung nach Gränsfors in die schwedische Provinz Dalarna gereist ist. Ein kalter Wind treibt ihnen Sägemehl in Augen, Ohren und Haare, an den Händen bilden sich die ersten Blasen. Statt mit Beton und Steinen, Kunststoff und zähem Dämmplattenkleber arbeiten sie mit Holz. Jung bringt ihnen in Gränsfors Bruks die ersten Handgriffe zum Bau eines Blockhauses bei. Er zeigt ihnen, wie sie Rundhölzer stabil, wind- und regendicht mit dem Dalaknut verbinden, wie man das Dach aufschlägt und später den Holzfußboden verlegt. Zurück zu den Wurzeln des Hausbaus.

Jung und seine Schüler arbeiten mit den traditionellen Werkzeugen Axt, Säge, Handbohrer und Ziehmesser. Die Stirn runzelnd steht David vor der meisterlichen Verbindung von zwei rechtwinklig aufeinander stoßenden Blockhauswänden. Nun soll er aufeinander gelegte runde Stämme oder Balken an den Enden so miteinander verbinden, dass die Balkenköpfe überstehen. Solche Verbindungen sind schon durch einfache Kerben auf beiden Seiten und beiden Enden eines jeden Balkens zu erstellen. Dann aber liegen die Stämme nur relativ locker als Wand übereinander. Die Zimmerleute aus Nordschweden beherrschen aber eine Kunst, die alle anderen Eckverbindungen weit übertrifft, den Dalaknut (Dalaknoten). Der Eckverband wird schräg geschnitten, so dass die Verbindung nicht undicht wird, wenn das Holz austrocknet; es wird ein Zapfen eingearbeitet, der exakt in die Auskerbung des oberen Balkens passt und so dafür sorgt, dass der Gesamtverband enorm fest ist.

David legt die Wasserwaage an und zeichnet mit dickem Zimmermannsstift, wie er die Auskerbung sägen will. Die Einschnitte dürfen nur schräg über den Balken laufen, damit sich das Holz in dem Hohlraum zusammenziehen und ausdehnen kann. Denn Holz arbeitet immer. Schon die alten schwedischen Zimmerleute beherrschten es, Rissen im Holz vorzubeugen.

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