"BMW-Welt"
Pflicht-Stopp für Touristen

Eine Million Besucher in sechs Monaten: Münchens "BMW-Welt" ist eine große Attraktion für den industriell geprägten Norden und ein Gewinn für die gesamte Stadt. Neben Hofbräuhaus oder Frauenkirche ist die scheinbar schwerelose Architektur eine weitere Sehenswürdigkeit in Bayerns Hauptsstadt - und dazu noch kostenlos.

MÜNCHEN. Yao Nien-Hui kann seinen Dusel kaum fassen: Während seiner einwöchigen Europareise hat der Taiwaner eigens einen Abstecher nach München eingeschoben, um sich das futuristische Gebäude der BMW-Welt anzusehen - und erfährt dann, dass der Eintritt frei ist. "Free?", staunt er. "But it's so beautiful!" Auch Mary Smith aus New York und Mark Pham aus Boston sind begeistert vom Design: "Bei dieser spektakulären Architektur dachten wir erst, dass das hier ein exklusives Museum sein muss. Unglaublich, dass man hier einfach umsonst hineinkommt."

Die Preispolitik ist kein Zufall. Schon bei der Ausschreibung hatte der BMW-Vorstand dem Münchener Oberbürgermeister Christian Ude versprochen, dass die ungewöhnliche Architektur öffentlich und kostenlos zugänglich ist und dass auch die drei schicken Restaurants bis spätabends geöffnet haben. Eine große Attraktion für den Münchener Norden, der traditionell vor allem für Industriegelände und Fabrikhalden steht. "Jetzt kommen die Geschäftsleute aus der Umgebung zum schicken Business Lunch", erzählt BMW-Pressesprecher Helmut Pöschl und fügt grinsend hinzu: "Selbst diejenigen, auf deren Autos vorn der Stern prangt."

Im Gegenzug legt die städtische Touristeninformation in ihre München-Pakete jetzt auch Broschüren über die BMW-Welt ein. Mehrere Stadtführer zählen das Gebäude am Petuelring bereits zu den Pflicht-Stopps auf ihrer Rundtour durch München: Hofbräuhaus, Frauenkirche, BMW-Welt. Erst vor wenigen Tagen war wieder ein russisches Fernsehteam für eine Aufzeichnung da.

Mehr als eine Million Besucher sind in den sechs Monaten seit der Eröffnung durch die schwerelose Architektur flaniert. Das sind etwa 6 000 pro Tag und damit fast dreimal so viele, wie die Hausherren ursprünglich erwartet hatten. Die speziellen Architekturführungen sind heiß begehrt, obwohl die Besucher dafür extra zahlen müssen. Was das ungewöhnliche Design darstellt, darüber gehen die Meinungen auseinander: Yao Nien-Hui erinnert das Bauwerk "an eine zusammengedrehte Coladose".

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