Börsenneuling Alstria Office
Immobilienfirmen warten mit Reit-Umwandlung ab

Stimmt der Bundesrat am Freitag erwartungsgemäß dem neuen Reit-Gesetz zu, dann könnte der Büroimmobilienspezialist Alstria Office – nach erfolgreichem Börsengang am kommenden Dienstag – der erste Reit in Deutschland werden.

rrl/scc DÜSSELDORF. Die Hauptversammlung des Büroimmobilienspezialists Alstria Office beschloss am Mittwoch die Umwandlung in einen Reit. Reits sind steuerbegünstigte Immobilienaktiengesellschaften.

Alstria-Vorstandschef Olivier Elamine nannte am Mittwoch als frühesten Termin den 1. Juli. „Wir müssen nicht die ersten sein, die diesen Schritt wagen. Ich sehe aber auch kein Risiko dabei“, sagte er. Nach der Erstnotiz will Alstria den Anteilsbesitz seiner Hauptaktionäre so umstrukturieren, dass diese nicht mehr als die per Gesetz maximal vorgeschriebenen zehn Prozent der Aktien direkt halten.

Anders als vor der Reit-Einführung vielfach erwartet, sind nicht die großen etablierten Immobiliengesellschaften die ersten Reits. „Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass die IVG Reit-Tochtergesellschaften auflegt, höher ein, als dass die IVG selbst ein Reit wird“, sagte IVG-Vorstandschef Wolfhard Leichnitz. Auch Reit-Kandidat Deutsche Euroshop (DES) hat keine Eile. „Wir sind bereit, aber ein Datum steht noch nicht fest“, sagte ein DES-Sprecher. Hintergrund: Die Aktionäre hätten von der Umwandlung keinen Vorteil, weil die besondere Gesellschaftskonstruktion es der DES noch eine Weile erlaubt, Dividenden steuerfrei auszuzahlen.

Auch Industrieunternehmen werden ihre Immobilienportfolios nicht so schnell als Reits an die Börse bringen. „Dies wird eher die zweite Welle sein“, meint Peter Barkow, Analyst der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt. Für etablierte Immobiliengesellschaften sei die Umwandlung in einen Reit einfacher, auch weil sie über ein funktionierendes Management verfügten. Michael Beck, Leiter Portfoliomanagement beim Bankhaus Ellwanger & Geiger (E&G) gibt zu bedenken, dass die meisten Immobilienfirmen keine reinen Bestandshalter seien. Doch allein auf Bestandshaltung wird der Steuervorteil gewährt. Dieses Problem hat etwa die IVG, weil sie auch Fonds auflegt.

Dennoch fallen Stefan Leibold, Manager des E & G Immobilienaktienfonds, beim Blick auf den Immobilienaktienindex Dimax gleich mehrere Reit-Kadidaten ein. Er nennt DIC, Hamborner und die kleinen Werte Deutsche Reit, IFM sowie, VIB Vermögen. Darüber hinaus hat Börsenneuling Polis Reit-Ambitionen, und die DCM, ein Anbieter geschlossener Immobillienfonds prüft nach eigenen Angaben, Fonds in Reits umzuwandeln.

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