Branche im Fokus
Immobilienaktien: Einstürzende Neubauten

Der deutsche Immobilienmarkt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Während manches Unternehmen vom Markt verschwinden wird, gehen andere auf Einkaufstour. Nach der Neuordnung wird die Branche nie wieder so aussehen wie vorher.
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Zu den Verlierern zählt Vivacon. Dem Unternehmen, das sich auf den Handel mit Wohnungen spezialisiert hat, fehlen mehr als 100 Mio. Euro. Offenbar bleiben nur noch wenige Wochen, um das Geld aufzutreiben. Teile des Geschäfts wurden bereits an einen ausländischen Investor verscherbelt. Doch das reicht nicht. Die Verhandlungen mit den Banken laufen. Der Ausgang bleibe ungewiss, sagt Andre Remke von Unicredit.

Die Aktionäre wollen offenbar nicht länger warten. Sie verkaufen die Aktie, der Kurs sackte zeitweise bis auf 88 Cent. Vor wenigen Jahren kostete das Papier fast 50 Euro.

Die Immobilienbranche ist wie kaum eine andere Branche von Krediten abhängig. Weil sich die Banken aber mit der Vergabe zurückhalten, stecken die Unternehmen in der Klemme. Große Kredite in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro seien nach wie vor nur schwer zu bekommen, heißt es in der Branche.

Jetzt geht die Angst geht um, dass es auch andere Gesellschaften treffen könnte. Als Wackelkandidat gilt Colonia Real Estate, ebenfalls eine Wohnimmobilienfirma. Vor kurzem teilte das Unternehmen mit, das es sich frisches Kapital durch die Wandlung von Optionsscheinen besorgt habe. Bereits im April hatte Colonia eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Damit sollten bestehende Finanzierungen "optimiert" werden, hieß es damals. Nicht unbedingt eine vertrauensbildende Maßnahme.

Die Aktie fiel in den vergangenen Tagen auf rund drei Euro. Das ist zwar immer höher als der Tiefstand im Dezember bei 1,31 Euro, aber weit unter dem Preis von knapp 50 Euro, der vor der Finanzkrise bezahlt wurde.

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