Branchenvertreter
Immobilien-Lobby: Solo-Stimmen und kein Chor

Noch immer leidet die Lobbyarbeit der Immobilienwirtschaft vor allem unter ihrer Zersplitterung. Nun wollen führende Branchenvertreter die Kakophonie der Verbände beenden und diskutieren, ob nicht ein einheitlicher Dachverband nach dem Vorbild des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) die Außenwirkung verbessern könnte.
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BERLIN. Wenn an einem kein Mangel herrscht, dann an Verbänden der Immobilienbranche. Ob ZIA oder BSI, ob GdW, VGI oder VdP, ob DDIV oder BVI - so ziemlich jede denkbare Buchstabenfolge ist vertreten. Und manche sogar zweimal: Den BFW gibt es einmal als Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und einmal als Bundesfachverband Wohnungs- und Immobilienverwalter.

Erneut diskutieren jetzt führende Branchenvertreter darüber, ob nicht ein einheitlicher Dachverband nach dem Vorbild des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) die Außenwirkung der Branche verbessern könnte. Im Fokus stehen dabei die beiden Organisationen, die mit ihrem Namen den Anspruch erheben, die Branche insgesamt zu vertreten: die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA). "Wir machen uns immer mal wieder Gedanken, die Zusammenarbeit mit dem ZIA zu suchen", sagt Rolf Kornemann, Präsident von Haus & Grund Deutschland und gleichzeitig Vorsitzender der BSI. "Ob es aber zu einem Zusammenschluss kommt, weiß ich nicht."

Tatsächlich gilt die Zersplitterung der Lobbyverbände als Hauptgrund dafür, dass die Immobilienbranche im politischen Berlin nicht das Gewicht hat, das ihr angesichts ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung eigentlich gebühren würde. Im Vorfeld der Bundestagswahl beispielsweise sahen sich die Parteienvertreter mit jeweils eigenen Forderungskatalogen von BSI, ZIA und weiteren Verbänden konfrontiert. Kornemann spricht denn auch von einer "Atomisierung" mit der Folge, "dass wir uns deutlich unter Wert verkaufen".

Dabei ist die Lage eigentlich schon etwas übersichtlicher geworden. "Verglichen mit dem Zustand von vor zehn Jahren", sagt Walter Rasch, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), "haben wir heute eine deutliche Konzentration der Zusammenarbeit." So schlossen sich zum Beispiel die beiden Maklerverbände VDM und RDM zum Immobilienverband Deutschland (IVD) zusammen. Vor allem aber bildeten sich mit BSI und ZIA zwei Institutionen mit einem weit reichenden Vertretungsanspruch heraus - allerdings mit großen Unterschieden. Der BSI sind acht Verbände angeschlossen, die einen Großteil der deutschen Wohnungswirtschaft vertreten. Mit dem Verband Geschlossene Fonds (VGF) und dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (VdP) gehören ihr allerdings nur zwei Verbände an, deren Schwerpunkt nicht die Wohnungswirtschaft ist.

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