Bremen
So weit das Auge reicht

Bremen hat, wovon andere Städte träumen: Eine riesige Fläche mitten in der Innenstadt. Binnen 20 Jahren soll hier ein neues Zentrum entstehen.

BREMEN. Investoren, Hausbesitzer, Kulturtreibende, Geschäftsleute oder Konsumenten – alle zieht es in die Innenstädte. Schließlich sind sie das Aushängeschild einer Stadt, als Ausdruck von Einzigartigkeit und pulsierendem Leben. Dementsprechend stark sind die Innenstädte zumeist bebaut – Platz ist Mangelware, freie Flächen haben Seltenheitswert.

In Bremen kann man darüber nur lachen, denn Platz gibt es dort mehr als genug. Keine zwei Kilometer von der historischen Bremer Innenstadt entfernt entsteht auf dem Gebiet der Alten Hafenreviere entlang der Weser im Laufe der kommenden 20 Jahre ein ganz neuer Stadtteil: die Überseestadt. „Sie ist eines der größten europäischen Entwicklungsprojekte“, sagt Dieter Russ, Geschäftsführer der Überseestadt GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bremer Investitions-Gesellschaft (BIG). „Mit 300 Hektar Größe ist das Areal beinahe doppelt so groß wie die Hamburger Hafencity.“

Die Gelegenheit, ein so großes Areal in erstklassiger Lage neu zu gestalten, bekommt man wohl nur einmal im Leben – wenn überhaupt. Entsprechend ambitioniert fallen die Pläne der Bremer aus. Sie haben nichts weniger im Sinn als einen kompletten Strukturwandel. „Wir wollen weg von der Konzentration auf die Hafenwirtschaft und hin zu einem Standort mit neuer Infrastruktur sowie innovativen Dienstleistungs- und Bürokonzepten“, erklärt Uwe Bodemann, Senatsbaudirektor der Freien Hansestadt Bremen.

Öffentliche und private Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro wollen die Bremer bis 2019 verbauen, um ihre Stadt nachhaltig zu verändern. „Neben einer erweiterten gewerblichen Nutzung sollen hier erstmals im Sinne zukunftsweisenden Städtebaus die Bereiche Arbeiten, Freizeit und – soweit rechtlich möglich – Wohnen miteinander verbunden werden“, sagt Russ.

Neben vielen traditionsreichen Bremer Firmen wie Kellogg oder Bremer Rolandmühle, die noch immer in der Überseestadt ihren Sitz haben, soll das Areal künftig auch als attraktive Adresse für Unternehmen der Dienstleistungsbranchen funktionieren. Und das scheint auf Anhieb zu klappen, denn die Entwicklung der in acht Quartiere unterteilten Überseestadt ist bereits in vollem Gange.

Im Quartier Holz- und Fabrikenhafen ist der denkmalgeschützte, 400 Meter lange Speicher XI mit einer Fläche von 27 000 Quadratmetern bereits seit dem vergangenen Jahr komplett vermietet. Wichtigste Nutzer sind die Bremer Hochschule für Künste, das Hafenmuseum, Werbeagenturen, ein Restaurant sowie das Infocenter Überseestadt, ein interaktiver Showroom mit Einblicken in das Gestern, Heute und Morgen der Alten Hafenreviere.

Bereits restauriert sind die Speicher 16 und 17, wo sich seit vier Jahren Unternehmen aus der Windenergiebranche niedergelassen haben, sowie das Gebäude der Alten Feuerwache und des Alten Zollamts. Dort sorgen Mitarbeiter von Design- und Kommunikationsbüros, Internetservice-Unternehmen, einer Architektengemeinschaft, einer Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft und eines Konzertveranstalters für kreative Vielfalt. Den dafür unerlässlichen Kaffee liefert die ebenfalls im traditionsreichen Haus ansässige Gastronomie.

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