Britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma auch interessiert
Fortress bekommt Zuschlag für BfA-Immobilientochter Gagfah

Die Immobilientochter der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) wird Kreisen der Rentenversicherer zufolge an die US-Firma Fortress verkauft. Fortress hat offenbar den höchsten Preis für Gagfah geboten.

HB BERLIN. Die Immobilientochter der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) wird nach Angaben aus Kreisen der Rentenversicherer voraussichtlich an die US-Firma Fortress verkauft. Der BfA-Vorstand werde voraussichtlich Fortress den Zuschlag für die Gagfah geben, weil die Firma einen höheren Preis biete, hieß es am Donnerstag aus den Kreisen. Der Vorstand berät im Laufe des Tages über das Geschäft mit den rund 80 000 Gagfah-Wohnungen. Zuvor hatte schon das BfA-Vorstandsmitglied Hartmann Kleiner nach Angaben der „Berliner Zeitung“ erklärt, über das Geschäft entscheide allein der Kaufpreis. Der Verkauf der Gagfah könnte die finanzielle Lage der Rentenversicherer entspannen und verhindern, dass der Bund in diesem Jahr erstmals ein Darlehn für die Rentenkasse auszahlen muss.

Bis zuletzt waren in dem Bieterverfahren Fortress und die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma im Rennen. Letztere hatte für sich in Anspruch genommen, das mieterfreundlichere Angebot abgegeben zu haben. In Verhandlungskreisen hatte es geheißen, beide Firmen hätten Angebote abgeliefert, die nach Abzug der Gagfah-Verbindlichkeiten von rund 1,4 Milliarden Euro einen Erlös für die BfA von mehr als zwei Milliarden Euro sicherten. Die Gagfah-Wohnungen sind bei der BfA mit einem Wert von rund 1,6 Milliarden Euro verbucht. Die Entscheidung des BfA-Vorstandes muss noch vom Bundessozialministerium und der Kartellbehörde abgesegnet werden.

Die Gagfah ist Teil der Schwankungsreserve der Rentenversicherung, mit der Einnahmeengpässe aufgefangen werden sollen. Sollten bei dem geplanten Verkauf tatsächlich mehr als 2 Milliarden Euro erlöst werden, wäre dies für Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) aus zwei Gründen erfreulich: Das finanzielle Polster der Rentenkasse würde sich vergrößern und außerdem als liquides Mittel zur Verfügung stehen.

Die Schwankungsreserve war zum Jahresanfang von 50 auf 20 Prozent einer Monatsausgabe gesenkt worden, um den Beitragssatz der Rentenversicherung stabil bei 19,5 Prozent halten zu können. Die BfA hatte noch im März nicht ausgeschlossen, dass auf Grund der schlechten Einnahmeentwicklung der Rentenversicherung in diesem Jahr der Bund erstmals ein Darlehn gewähren müsste, um die Auszahlung der Renten zu sichern.

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