Immobilien
Britische Hausbauaktien stürzen ab

Rund 15 Milliarden Pfund Wertverlust in nur einem Jahr - auch an der Londoner Börse hat die Immobilienkrise erhebliche Schäden hinterlassen. Gestern gaben die Aktien noch einmal dramatisch nach. Merill Lynch hatte davor gewarnt, dass sich der Immobiliencrash der 90er Jahre wiederholen könnte.

LONDON. Die aufziehende Immobilienkrise in Großbritannien fordert auch an der Börse schwere Opfer. Innerhalb von zwölf Monaten vernichteten die sieben größten Hausbaugesellschaften auf der Insel rund 15 Mrd. Pfund an Börsenwert. Gestern ging es für Werte wie Barratt Development oder Taylor Wimpey erneut dramatisch abwärts. Die Aktien von Barratt lagen zeitweise mit 30 Prozent im Minus und beendeten den Tag mit einem Verlust von 20 Prozent. Innerhalb eines Jahres verlor die Baugesellschaft über 90 Prozent ihrer Marktkapitalisierung. Den Aktionären von Taylor Wimpey erging es nur marginal besser.

Unmittelbarer Auslöser des gestrigen Absturzes war eine Studie der Investmentbank Merrill Lynch, die vor einer Wiederholung des Immobiliencrashs von Anfang der 90er Jahre auf der Insel warnt. Derzeit fallen die britischen Hauspreise sogar schneller als zu Beginn der letzten Rezession 1992. "Die Anleger fürchten, dass die Baugesellschaften auf teuer gekauftem Land mehrere Jahre sitzen bleiben, während sich die Konditionen für die Darlehen mit denen sie die Grundstücke erworben haben rapide verschärfen", erläutert Simon Denham von Capital Spreads. Die Analysten der Investmentbank Dresdner Kleinwort warnten, dass sich das Geschäft von Barratt angesichts des Schuldenbergs und des Einbruchs bei den Hausverkäufen kaum noch vernünftig bewerten lasse.

Nach Informationen der Tageszeitung "Guardian" haben die Probleme der Hausbaugesellschaften inzwischen auch die britische Finanzaufsicht FSA auf den Plan gerufen. Die Kontrolleure befürchteten, dass die Baugesellschaften die Verträge mit ihren Hausbanken nicht einhalten könnten.

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