Büroflächen
Im Ruhrgebiet wird Büroraum knapp

In Essen, Duisburg und Dortmund ging 2008 der Leerstand weiter zurück. Doch während diese Nachricht in Berlin oder Düsseldorf bejubelt würde, gibt sie in den Ruhrstädten eher Anlass zur Sorge. Zum einen, weil das Flächenangebot inzwischen ohnehin viel zu gering ist. Zum anderen, weil ein Großteil dieses Angebots keinen Mieter mehr finden wird.

DUISBURG. Für deutsche Bürovermieter war 2008 noch ein gutes Jahr. Auch in den Ruhrgebietsstädten Essen, Duisburg und Dortmund. Zwar ging die Flächennachfrage nach Recherchen der Cubion AG spürbar zurück. In Essen fanden 2008 rund 154 000 Quadratmeter (qm) Bürofläche neue Nutzer (2007: 180 500 qm), in Duisburg 73 000 qm (90 000 qm) und in Dortmund 77 000 qm (94 800 qm). Im Zehn-Jahres-Vergleich standen aber alle drei Städte mit ihren 2008er-Ergebnissen prima da: Sogar der Leerstand ging weiter zurück. Doch während diese Nachricht in Berlin oder Düsseldorf bejubelt würde, gibt sie in den Ruhrstädten eher Anlass zur Sorge. Zum einen, weil das Flächenangebot inzwischen ohnehin viel zu gering ist. Zum anderen, weil ein Großteil dieses Angebots aus Altersgründen keinen Mieter mehr finden wird.

Besonders knapp sind Büroflächen derzeit in Duisburg. Von rund 2,5 Mio. qm Fläche stehen nach Angaben des Maklerbüros Quester derzeit nur 2,1 Prozent leer. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei rund 2,6 Prozent gelegen. „Der niedrige Leerstand führt im Endeffekt dazu, dass viele Interessenten die gewünschte Fläche am Markt in dem von ihnen festgelegten Zeitfenster nicht finden“, sagt Geschäftsführer Axel Quester. Wer in Duisburg ansässig werden möchte, baut am besten gleich selbst oder geduldet sich, bis auf dem Aurelis-Areal am Hauptbahnhof moderne Bürogebäude entstanden sind. Doch das dürfte noch mindestens zwei bis drei Jahre dauern.

Auch am Innenhafen soll es auf den letzten noch freien Grundstücken bald Nachschub geben. Aber auch der steht ja nicht schon übermorgen zum Einzug bereit. In den anderen Städten sieht die Lage für flächensuchende Unternehnmen kaum besser aus. In Dortmund haben laut Cubion derzeit 114 000 qm Bürofläche keine Mieter, das entspricht einer Quote von vier Prozent. Anfang 2008 waren es noch fünf Prozent gewesen. In Essen, dem mit rund 3,4 Mio. qm Büroraum größten Markt der Region, könnten momentan nur vier Prozent (Anfang 2008: fünf Prozent) aller Büros vermietet werden. Markus Büchte, Leiter Bürovermietung bei Cubion, warnt: „Von den 135 000 leeren Büroquadratmetern in Essen haben nur etwa 14 300 Quadratmeter überhaupt einen hohen Nutzwert“, sagt er. Attraktive Flächen kämen in absehbarer Zeit kaum an den Markt. Und das, obwohl innerstädtische Grundstücke in Hülle und Fülle vorhanden sind. Allein das zur Neubelebung anstehende Thyssen Krupp-Areal bietet 230 Hektar Fläche. Doch neue Großnutzer sind nirgends in Sicht und solange das so bleibt, hält sich auch die Neubautätigkeit in Grenzen. Denn wo kein Mieter ist, bekommen Projektentwickler auch keinen Kredit.

Ähnlich dramatisch ist die Lage laut Büchte in Duisburg und Dortmund. Das Angebot sei hier ebenfalls verschwindend gering und vom Standard her problematisch. „Wir haben in allen drei Städten einen akuten Qualitätsnotstand. Wer mehr als 1 500 Quadratmeter Bürofläche sucht, muss in Randlagen ausweichen. Weil die oftmals unattraktiv sind, sehen sich die Unternehmen gleich in anderen Städten um“, beobachtet der Experte.

Der Engpass hat die Spitzenmieten in allen drei Ruhrstädten nach oben gekurbelt: In Essen werden für erstklassige Büros in Toplage nun 13 Euro pro Monat und Quadratmeter verlangt, 0,50 Euro mehr als vor einem Jahr. In Duisburg kletterte die Höchstmiete binnen Jahresfrist von 12,50 Euro auf 15,00 Euro, in Dortmund von 12,40 Euro auf 13,00 Euro.

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