Büroimmobilienmärkte
Steigende Immobilienrisiken erst ab 2009

Noch zeigen sich die deutschen Büroimmobilienmärkte unbeeindruckt von den Folgen einer sich weltweit abkühlenden Konjunktur. Damit stemmen sich die inländischen Märkte gegen den internationalen Trend; vor allem in den USA, Großbritannien, Spanien und Frankreich hat das Risiko sinkender Mieten und steigender Leerstände im Vergleich zum Winter 2007 deutlich zugenommen.

KÖLN. Zu diesem Ergebnis kommt der "Immobilien-Risikotrend" der HSH Nordbank.

Halbjährlich analysiert die Bank die Ausfallwahrscheinlichkeit von Immobilienerträgen. Entscheidende Parameter sind dabei die Entwicklung der Mieten und des Leerstands am jeweiligen Standort. Dabei gilt: Je geringer die Schwankung der beiden Faktoren, desto geringer das Risiko.

Am besten schneidet in diesem Sommer Stuttgart ab. Dort liege das Risiko sinkender Mieten und steigender Leerstände mit 9,2 von 20 möglichen Punkten im mittleren Bereich. Mit 12,5 Punkten am höchsten wird das Risiko für Bürovermieter in Köln eingeschätzt. Deutschlandweit erreicht der Wert die Marke von 10,7 - vor einem halben Jahr waren es noch 11,2 Punkte.

Peter Axmann, Leiter des Unternehmensbereiches Immobilienkunden der HSH Nordbank, führt dies vor allem auf die noch immer steigende Zahl der Beschäftigten zurück: "Die Nachfrage nach Büroraum blieb im ersten Halbjahr 2008 deshalb weiterhin hoch."

Tatsächlich wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in den deutschen Bürohochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart mehr Bürofläche neu vermietet als im selben Zeitraum 2007: Laut Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) summieren sich die Abschlüsse auf knapp 1,5 Millionen Quadratmeter (qm), ein Plus von neun Prozent. Der Leerstand schmolz im selben Zeitraum um zwei Prozent auf 6,9 Mill. qm.

Doch das Klima wird sich eintrüben: "Das Mietrisiko wird sich bis 2011 erhöhen, weiterhin aber im mittleren Bereich liegen", prognostiziert HSH-Immobilienbanker Axmann. Auch JLL-Deutschlandchef Christian Ulbrich glaubt nicht, dass sich Deutschland dauerhaft vom internationalen Trend abkoppeln kann. "Auch wenn es in der Statistik noch nicht ablesbar ist, die Mietnachfrage beginnt sich bereits abzuschwächen."

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