Büromarkt Frankfurt: Immobilienkrise trifft Bankenstadt

Büromarkt Frankfurt
Immobilienkrise trifft Bankenstadt

Leere Bürotürme, sinkende Mieten, weit und breit keine Investoren. Die Aussichten für den Büromarkt Frankfurt sind düster. Nach Ansicht von Experten dürfte die Bankenmetropole noch stärker unter der Krise und Altlasten leiden als andere deutsche Standorte. Doch es gibt auch Profiteure der Krise: Schnäppchenjäger wittern ihre Chancen.

FRANKFURT. Bereits das vergangene Jahr endete katastrophal. "Im zweiten Halbjahr waren die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft deutlich zu spüren", sagt Peter Rösler, Geschäftsführer von Atisreal. Eine Reihe von großen Verträgen sei nicht unterschrieben oder die Geschäfte seien verschoben worden, so dass das üblicherweise starke vierte Quartal 2008 das schlechteste gewesen sei.

Frankfurt ist abhängig von der Finanzbranche. Einerseits benötigen die Banken die meisten Büroflächen am Ort, andererseits finanzieren sie Deals. Eine Zahl, die verdeutlicht, welche Bedeutung die Banken haben: Fünf von sechs Verkäufen gingen zuletzt im Bankenviertel über die Bühne. Doch der Umsatz geht merklich zurück. Banken und Finanzdienstleister müssen an allen Ecken und Enden sparen. Und allein wegen der Großfusion zwischen Commerzbank und Dresdner Bank werden weniger Büros gebraucht.

Die Finanzkrise ist allerdings nicht allein Schuld an der Misere auf dem Frankfurter Büromarkt. Vielmehr rächen sich jetzt Exzesse aus der Vergangenheit. Frankfurt kämpft schon seit Jahren mit einem Überangebot an Büroflächen - seit der Zeit der New Economy, als der Finanzplatz Frankfurt einen rasanten Aufschwung erlebte. Die Aussicht auf stetig steigende Mieten lockte damals Immobilien-Investoren an. Ein Bürohochhaus nach dem anderen wuchs aus dem Boden. Nach dem Platzen der Börsenblase fehlten dann aber die Mieter.

Heute stehen 1,5 Mio. Quadratmeter (qm) Bürofläche in Frankfurt leer, das entspricht in etwa der Fläche von 219 Fußballfeldern oder einer Leerstandsquote von 12,5 Prozent. In keiner anderen der so genannten "Big Six-Städte" - Berlin, Düsseldorf, Köln, München, Hamburg und Frankfurt - sind so viele Büros zu haben wie hier. Dementsprechend stürzte die Spitzenmiete für einen Quadratmeter Bürofläche von 54 Euro auf nunmehr rund 37 Euro ab. Nach Schätzungen wird die Quadratmetermiete in diesem Jahr im schlimmsten Fall auf 33 Euro fallen. "Wir erwarten in Frankfurt den stärksten Rückgang aller deutschen Großstädte", sagt Helge Scheunemann vom Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL).

Seite 1:

Immobilienkrise trifft Bankenstadt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%