Büros in Europa: Bei welchen Immobilien Investoren zugreifen

Büros in Europa
Bei welchen Immobilien Investoren zugreifen

Nicht mehr nur sichere britische Büro-Immobilien: Investoren wagen sich wieder an andere Büromärkte heran. Doch nicht überall steigt die Mietnachfrage gleich. Spanien läuft besser als erwartet.
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MünchenSchweden, Polen, Frankreich und immer wieder Deutschland: Auf der Wunschliste vieler Büroimmobilien-Investoren geht es wieder deutlich bunter zu, nachdem lange Zeit der Löwenanteil auf Großbritannien als sicherem Standort entfallen ist.

"Im vergangenen Jahr lag Stockholm bei den Investmentvolumina auf Platz drei europaweit, das überrascht viele Beobachter", sagt Giles Wilcox vom Immobilienberater Savills. "Die Zahl der internationalen Investoren in Stockholm wird übrigens auch in diesem Jahr steigen, weil die Wachstumsaussichten für das schwedische Bruttoinlandsprodukt weiter stark sind."

Auch den spanischen Büroimmobilienmarkt bewerten die Experten bei weitem nicht so pessimistisch, wie es der Laie erwarten könnte. "Der Wohnungsmarkt ist derzeit ein Desaster, aber die spanischen Büroimmobilien sind gesünder, als man sie oft wahrnimmt", sagt Thomas Beyerle, Chefstatistiker bei der IVG Immobilien AG. Für ihn ist Spanien der zurzeit am meisten unterschätzte Kandidat: "Ein guter Zeitpunkt für Investoren, sich darüber zu informieren."

Und an Deutschland kommt derzeit ohnehin kein ausgewogenes Büro-Portfolio vorbei. "Deutschland bietet beste Wachstumsaussichten und ein geringes Risiko und wird inzwischen in dieser Hinsicht sogar noch vor Großbritannien genannt", sagt Stefan Wundrak von Henderson Global Investors. An den neun deutschen Topbürostandorten wurden im vergangenen Jahr drei Millionen Quadratmeter Fläche neu vermietet - ein Fünftel mehr als 2009 und fünfeinhalb Prozent über dem Zehnjahresschnitt.

Chancen bieten auch Nebenlagen

Dabei ziehen inzwischen auch die Spitzenmieten wieder leicht an, zum Beispiel in Berlin mit knapp 22 Euro und in München mit 30 Euro pro Quadratmeter. Allerdings lohnt sich auch der Blick in sogenannte B-Lagen: Unter den zehn deutschen Mikrostandorten mit der besten Relation von Angebot und Nachfrage befinden sich momentan nur drei in zentralen Innenstadtlagen. "Für Investoren kann es daher durchaus lohnend sein, Investitionsentscheidungen sehr differenziert und kleinräumig auch jenseits der City anzugehen", sagt Helge Scheunemann, Research-Leiter bei Jones Lang Lasalle Deutschland.

Vorsicht sei dagegen geboten bei einigen südeuropäischen Märkten wie Portugal und Griechenland sowie in den Niederlanden, sagen Experten. "In Holland gibt es eine hohe Leerstandsquote, weil die Entwickler einfach nicht aufgehört haben, neue Projekte auf den Markt zu bringen", sagt Stefan Wundrak.

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