Bundesbank-Vizepräsidentin
„Es gibt keine Immobilienblase“

Trotz Immobilienboom gibt es keine Anzeichen für eine gefährliche Preisblase. Die Bundesbank spricht nach wie vor lediglich von einer Überhitzung einzelner Märkte, aber nicht von Risiken für die Gesamtwirtschaft.
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MainzDie Bundesbank sieht keine Anzeichen für eine Preisblase am Immobilienmarkt. Allenfalls gebe es Übertreibungen in einzelnen Ballungsräumen. „Wir haben immer von einer Überhitzung einzelner Märkte und nicht von einer Blase gesprochen“, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger am Mittwoch in Mainz.

Die Notenbank hatte erst vergangenen Monat davor gewarnt, dass in einzelnen Großstädten wie München, Stuttgart oder Frankfurt die Preise in einigen, besonders beliebten Vierteln um bis zu 20 Prozent zu hoch seien. „Für eine Blase braucht es aber mehr als nur eine Überhitzung in einzelnen Lagen, sondern auch kräftiges Wachstum der Kredite und erodierende Kreditvergabestandards der Banken, um nur einige Faktoren zu nennen.“

Die Bundesbank hatte bereits vergangenen Monat erklärt, sie sehe bislang nicht, dass der derzeitige Immobilienboom zu einer gefährlichen Spekulationsblase führe. Mögliche Preiskorrekturen könnten aber eventuell zu Vermögensverlusten bei Wohnungskäufern führen. Trotz Übertreibungen in Ballungsräumen - hier stiegen die Preise seit 2010 um mehr als 25 Prozent im Gegensatz zu gut acht Prozent bundesweit - gingen vom Immobilienmarkt noch keine erheblichen Risiken für die Gesamtwirtschaft aus. Denn das Volumen der im selben Zeitraum ausgegebenen Hypothekenkredite sei lediglich moderat gewachsen. In diesem Punkt unterscheide sich die Lage in Deutschland von der Situation in den USA vor dem Ausbruch der Immobilien- und der anschließenden Finanzkrise dort in den Jahren 2007/08.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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