Bundestag verabschiedet Gesetzentwurf
Bausparkassen bieten im Herbst Riester-Verträge an

Der Bundestag hat den Weg frei gemacht für den Riester-Bausparvertrag. Die Zustimmung des Bundesrats gilt als Formsache. Branchenvertreter und Verbraucherschützer sind zufrieden. Was sind die Vorteile des neuen Modells?

FRANKFURT. Häuslebauer können ab November mit den ersten Riester-Bausparverträgen rechnen. Der Bundestag hat das selbst genutzte Wohneigentum in der vergangenen Woche voll in die staatlich geförderte private Altersvorsorge nach Riester aufgenommen. Zwar steht die Entscheidung im Bundesrat über das auch Wohn-Riester genannte Eigenheimrentengesetz noch aus, sie gilt aber als Formalität. Branchenvertreter und Verbraucherschützer äußern sich zufrieden. "Gesiegt hat die Erkenntnis, dass das Wohneigentum ein wesentlicher Bestandteil der Altersvorsorge ist", sagt Andreas Zehnder, Chef des Verbands Privater Bausparkassen. "Insgesamt positiv", bewertet auch Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen den Beschluss. Nun komme es auf die konkrete Ausgestaltung der Angebote an, die noch Fallstricke bergen könnten.

Stimmt der Bundesrat am 4. Juli dem Gesetz zu, können Sparer mit Hilfe des Wohn-Riesters rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 eine Immobilie bauen, kaufen, entschulden oder Anteile an Wohngenossenschaften erwerben. Der Staat fördert selbst genutztes Wohneigentum dann über drei Wege: Erstens können Förderberechtigte (Arbeitnehmer, Beamte, Hausfrauen) Bausparverträge mit Riester-Zertifikat abschließen. Für die Anspar- und die Tilgungsphase bekommen die Bausparer Riester-Zulagen beziehungsweise den Steuerbonus. Zweitens fördert Berlin klassische Hypothekenkredite. Anleger können dafür ihr gesamtes angespartes Kapital aus laufenden Riester-Verträgen einsetzen. Drittens wird es den Riester-Bonus auch für Vorfinanzierungen von Bauspardarlehen geben. Dabei zahlt der Häuslebauer nur die Zinsen eines Kredites und spart für die Tilgung einen Bausparvertrag an.

Wichtig ist nach Ansicht von Verbraucherschützer Gottschalk vor allem, dass Sparer ihr volles Sparkapital für die Baufinanzierung einsetzen können. Nur so könne das Förder-Sparen effektiv die Kreditlast verringern, sagt er. Gut sei ferner, dass Anteile an künftig bedeutenderen Wohnformen wie Seniorenresidenzen möglich würden. Zudem schaffe der nun verlangte einheitliche Effektivzinssatz bei Vorfinanzierungen Kostentransparenz.

Die Bausparkassen hadern dagegen mit der nachgelagerten Besteuerung des Riester-Kapitals. Die Besteuerung im Alter bedeute Verwaltungsaufwand und sei wenig verständlich für Bürger, moniert der Verband.

Abzuwarten bleibt nun, wie die neuen Produkte aussehen, die die Branche wohl ab November anbieten wird. Wenn das Gesetz im Sommer vorliegt, wird aus Gründen eines fairen Wettbewerbs erst nach einer Sperrfrist von drei Monaten der erste Vertrag zertifiziert. Gottschalk wünscht sich, "dass Bausparkassen die neuen Riester-Verträge mit besseren Spar-Zinsen ausstatten als aktuelle Verträge und gute Anbieter wie Direktbanken auch Riester-Baudarlehen bringen".

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