Carlyle: Entwicklung erst am Anfang
Große Welle der Immobilien-Verkäufe

Der Markt für Verkäufe größerer Immobilienbestände an Finanzinvestoren steht nach Einschätzung des US-Private-Equity-Hauses Carlyle in Deutschland erst am Anfang.

HB FRANKFURT. „Da wird sicher noch mehr kommen“, sagte Carlyle-Immobilienexperte Wulf Meinel in Frankfurt. Wegen des stabilen Liquiditätszuflusses (Cash-Flow), niedriger Zinsen und der Möglichkeit eines extrem hohen Fremdfinanzierungsanteils beim Einstieg seien aktuell „deutlich zweistellige Renditen“ auf das Eigenkapital möglich. Innerhalb von zwei bis drei Jahren sei das eingesetzte Kapital verdient, der Investor müsse dann „nur noch den Klingelbeutel offen halten.“ Gebe es schließlich tatsächlich keine Möglichkeit des Ausstiegs, könne die Immobilie immer noch einfach an die finanzierende Bank weitergereicht werden.

In den letzten Monaten haben die Verkäufe großer Immobilienportfolien in Deutschland stark zugenommen. Gerade Firmen trennen sich von ihren Wohnungsbeständen, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Länder und Kommunen versuchen angesichts leerer Kassen, ihre Immobilien zu versilbern. Mitte Mai hatte der Investor Terra Firma die E.ON-Wohnungstochter Viterra für rund sieben Milliarden Euro übernommen. Weitere große Immobilienverkäufe dürften Experten zufolge demnächst in Dresden sowie in Nordrhein-Westfalen anstehen.

Am Donnerstag gab die Norddeutsche Landesbank (NordLB) bekannt, ihre Immobilientochter Nileg für 1,5 Milliarden Euro an den US-Investor Fortress verkauft zu haben. Fortress wolle spätestens 2006 eine große Immobilienholding in Deutschland formen und diese bald an die Börse bringen, sagte Matthias Moser, der Geschäftsführer von Fortress Deutschland. Ziel sei ein Bestand von 150 000 bis 180 000 Wohnungen. Im vergangenen Jahr hatte Fortress die Wohnungsgesellschaft Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt (BfA) für 3,5 Milliarden Euro übernommen. Gagfah und Nileg haben Moser zufolge zusammen einen Bestand von rund 110 000 Wohnungen.

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