Dämmpflicht geplant
Auf Hausbesitzer kommen neue Energie-Auflagen zu

Einem Pressebericht zufolge plant der Bund neue Energie-Auflagen für Hausbesitzer. Offenbar will das Umweltministerium eine Dämmpflicht für bestehende Privathäuser einführen. Auch auf Mieter könnten mehr Kosten zukommen.
  • 16

BerlinDie Bundesregierung will einem Pressebericht zufolge Hausbesitzer stärker bei Klimaschutz und Energiewende in die Pflicht nehmen. Um Klimaziele und nötige Einsparungen für die Energiewende zu erreichen, plane der Bund, bestehende Auflagen zur Dämmung von Neubauten und öffentlichen Gebäuden auf ältere Privathäuser auszuweiten, berichtete die „Bild“-Zeitung vom Montag. Die Immobilienwirtschaft lehnte die Pläne umgehend ab.

Es sei vorgesehen, die Auflagen bei der Dämmung von Wänden, Dächern und Fenstern, die bereits für Neubauten und öffentliche Gebäude gelten, auf bestehende Privathäuser auszuweiten, die etwa saniert werden müssen, berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf ein Papier des Bundesumweltministeriums. Im Falle größerer Renovierungsarbeiten könnten demnach Besitzer privater Eigenheime zu weitreichenden Dämmungsmaßnahmen verpflichtet werden.

Erwogen wird dem Bericht zufolge auch eine schrittweise Verschärfung der Abgasnormen für bestehende Heizkessel, so dass mehr alte Anlagen ausgetauscht werden müssten. An diesen Austausch sollen demnach ebenfalls umfangreiche Auflagen zur Gebäudedämmung geknüpft werden. Zudem sollen die Gebäudeeigentümer beim Austausch des zentralen Wärmeerzeugers oder Heizkessels verpflichtet werden, einen Teil ihres Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, wie die „Bild“ berichtete. Geplant seien zunächst zehn Prozent. Dies kann unter anderem durch die Verfeuerung von Energieträgern mit Bio-Anteil erreicht werden.

Das Papier liege derzeit den Bundesministerien für Wirtschaft und Bau zur Stellungnahme vor, hieß es in dem Bericht. Vorgesehen sei, dass es eine „weit gefasste Härtefallregelung“ geben solle, die Hausbesitzer vor übergroßen finanziellen Belastungen schützen solle. Ein Heizkessel-Tausch kann schnell mehrere Zehntausend Euro kosten, die nicht durch Förderprogramme abgedeckt werden.

Seite 1:

Auf Hausbesitzer kommen neue Energie-Auflagen zu

Seite 2:

„Grenze des Leistbaren erreicht“

Kommentare zu " Dämmpflicht geplant: Auf Hausbesitzer kommen neue Energie-Auflagen zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Alle Öko-Energieversuche haben immer Eines gemeinsam: Man verbaut Unmengen an Material, sei es Beton und Stahl für Windmühlen, Baustoff für Neubauten, oder Dämmmaterialien, und man beschäftigt Unmengen an Handwerkern und Bürokraten usw. All dies verursacht dann hohe Kosten und viel Stress, und man macht dies, damit man am Ende "Energie spart".
    Die Frage die sich jedoch niemand zu stellen traut: Warum sollen wir eigentlich Energie sparen? Ist es so berauschend, wenn die weltweiten Öl und Erdgasvorräte noch ein paar Jahrzehnte länger reichen? - Macht doch keinen grossen Unterschied, man sollte besser auf neue Energien wie zB die Atomenergie umsatteln! Oder will man uns die fossilen Energien "abgewöhnen"? - warum ist dann das Heizen mit Strom (möglicherweise Windstrom) "tabu" und man installiert eifrig neue Gasheizungen??
    Der Einzige "Nutzen" der Energiespar-Philosophie, die übrigens auch im Handelsblatt oft in den Schlagzeilen (Stichwort "die größten Energieverschwender") allzudeutlich durchscheint, scheint die "Erziehung" des Bürgers zu einem niedriegeren Lebensstandard zu sein, und zur Bereitschaft, mehr für weniger Energie zu bezahlen.

  • Klasse! Einfach nur klasse!
    Deutschland rettet das Weltklima. Nur gut, dass die globale Erwärmung an unseren Grenzen haltmacht.

  • Man könnte ja mal unserem Umweltminister vorschlagen, aus dem Unterstützungsfond für unsere südeuropäischen Nachbarn von den gezahlten und schon zugesagten Summen an Geld nur die lächerlich kleine Summe von 1% in einen Fond zur energetischen Sanierung aller privat genutzten Häuser in der BRD einfließen zu lassen. Damit könnten problemlos zinslose Kredite mit einer Laufzeit von 20 Jahren finanziert werden. Der Bürger hätte dann nur eine Belastung von ca. 0,4% der Investitionssumme pro Monat. Diese 1% Abzweigung würde bei den ungeheuren Summen die schon vergeben, zugesagt und noch kommen werden würden überhaupt nicht auffallen (vielleicht sogar nicht bemerkt werden), wir hätten aber in Deutschland endlich mal etwas für unsere Zukunft getan.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%