David Chipperfield
Moderne Bauten in historischer Umgebung

Mehr als zehn Museen und Galerien hat der 1953 in London geborene David Chipperfield geplant und gebaut – in Großbritannien, den USA, Japan, China und in der Bundesrepublik. Dazu kommen Bibliotheken, Kulturzentren, Hotels, Privathäuser und Firmenzentralen wie die der Modekette Rena Lange in München.

HB DÜSSELDORF. Der britische Architekt ist einer der Autoren des Masterplanes für die Berliner Museumsinsel – zu seinen Aufträgen gehören die Umgestaltung des Neuen Museums des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler von 1841 und ein Neubau als Eingangsbereich für die Museumsinsel, für das der Bundestag im November 73 Mill. Euro bewilligt hat. Und genau deshalb steht er nun zum ersten Mal in seiner Karriere im Zentrum einer heftigen Kritik. Die "Initiative Rettet die Museumsinsel" wehrt sich gegen "zerstörerischen Umbau und entstellenden Neubau"; eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren ist gestartet worden, ein Baustopp wird gefordert. Dazu kommt die Warnung, wegen des Neubaus könne die Museumsinsel ihren Status als Weltkulturerbe verlieren.

Er verstehe die Aufregung nicht, sagte Chipperfield der "Zeit". Sein endgültiger Entwurf sei erst in zwei bis drei Monaten fertig. Die Forderung, statt seines Neubaus Schinkels Packhof wieder aufzubauen, lehnt er ab. Man könne über Formen und Materialien des neuen Gebäudes diskutieren, er habe auch nichts gegen Rekonstruktionen, doch im Fall der Museumsinsel sehe er das nicht ein: "So eine Kleingeistigkeit hätten sich frühere Generationen nicht erlaubt, davon erzählen die unterschiedlichen Architekturen auf der Insel."

Unterstützung erhält er vom Bauherren, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Dort ist man gegen zu viel Historismus, auch bei der Umgestaltung des Neuen Museums. Im Mai sollen die überarbeiteten Pläne Chipperfields vorgestellt werden; für September ist das Richtfest auf der Museumsinsel geplant. Während der Berliner Streit im Moment täglich die Feuilletons der Zeitungen beschäftigt, hat Chipperfield soeben zwei weitere internationale Wettbewerbe gewonnen: In Künzelsau-Gaisbach baut er das "Würth Kongress- und Convention-Center" mit Konzerthalle und Seminarzentrum, in Norwegen gewann er den Wettbewerb für die Renovierung und Erweiterung des "Aust-Agder-Museums" in Arendal.

Noch in diesem Jahr eröffnet werden soll Chipperfields "Empire Riverside Hotel" in Hamburg, Bauherren sind die Familien Fraatz und Bartels. Auf dem Gelände der ehemaligen Bavaria-Brauerei am Hafen entsteht ein Design-Hotel mit 328 Zimmern. Richtfest für das 65-Mill.-Euro-Projekt ist am 17. April.


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